Menschen strömen hier in Scharen,
hektisch scheint mir ihr Gebaren.
Wo wollen denn bloß alle hin?
Ich lass‘ mich treiben – mittendrin.

Wie unterschiedlich sie doch sind,
ob Banker, Obdachloser, Kind,
ob jung, ob alt, ob dick, ob dünn,
ich blicke mal genauer hin:

Ein Jeder ist ein Unikat,
das eine Vorgeschichte hat,
Spuren sind zurückgeblieben,
die ihm ins Gesicht geschrieben.

Jeder hat so seine Sorgen,
will ein bisschen Glück sich borgen,
ein klitzekleines Privileg,
das ihn beschützt auf seinem Weg.

Ein Jeder wird durch’s Leben geh’n,
kaum einen werd‘ ich wiederseh’n.
Ein kurzer Blick, ein Wimpernschlag,
vergessen schon am nächsten Tag.

© Diana Scherer (2017)
Foto: Pixabay

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