Der Wagen glänzt im Abendlicht,
als kenne er die Zweifel nicht.
Die Grenze liegt nur eine Stunde fern,
dort glimmt am Himmel schon ein Stern.
Ein Portier öffnet leis die Tür,
als wartete das Glück schon hier.
Der Teppich schluckt den letzten Schritt,
ein Lächeln geht im Saal gleich mit.
Der Croupier nickt mit höflichem Gesicht,
als kenne er das Ende nicht.
Die Karten fallen, still und klar,
als wär das Schicksal berechenbar.
Du glaubst, das Spiel sei dein Revier,
das Glück steht wieder neben dir.
Ein Gewinn — und wieder mehr,
der Traum wird groß, das Herz wird schwer.
Dann nimmt die Nacht zurück, was sie geliehn,
und lässt dich weiter an den Tischen ziehn.
Du setzt die Vernunft auf eine Zahl,
verlierst zuerst die freie Wahl.
Dann folgen langsam Haus und Zeit,
am Ende selbst die Wirklichkeit.
Zu Hause fragt man still: „War es Glück?“
Du lächelst nur und blickst zurück.
Die Wahrheit bleibt im Mantel stehn,
den keiner hebt, um sie zu sehn.
Der grüne Filz kennt keinen Stand,
nicht Rang, nicht Geld, nicht Vaterland.
Er fragt nicht nach dem großen Namen,
er nimmt sie alle still zusammen.
Noch brennt ein Licht im Fenster dort,
als trüge es dein Schweigen fort.
Sie warten still — vielleicht auf dich,
ein leises Hoffen regt sich.
Nicht jeder Weg endet im Licht —
doch ohne Hoffnung geht er nicht.
„Der grüne Tisch" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 14. Juli 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Max Vödisch
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