zögernd hält er die Zigarette in der Hand
möchte vor die Tür
und doch
wie gebannt
versucht er
die Fremde mit einem Lächeln
zu erreichen
sie streicht über den Stadtplan
der ausgebreitet vor ihr
auf dem Tisch liegt
unschlüssig
blickt sie immer wieder
auf ihr Handy
das keinen Mucks von sich gibt
zitternd
führt sie das Glas zum Mund
zwischen Wut und Schmerz
fühlt sie sich
verraten, benutzt
Scham schleicht sich ein
Opfer eines Truges
war sie nie zuvor
Draußen
haucht er
den Rauch in die kalte Nacht
sieht sie
durch beschlagene Fensterscheiben
fühlt ihre Traurigkeit
die er selbst
aus vergangenen Jahren kennt
Regentropfen
klopfen ihm schwer
auf die Schulter
und während er die Kippe
in den Ascher drückt
überlegt er
wie weit er laufen muss
den Schirm
aus dem Wagen zu holen
entschlossen
verstaut sie Plan und Handy
in ihre viel zu große Tasche
ihre Hände vergraben sich darin
holen einen verknitterten Schein
hervor
den sie neben das leere Glas legt
dann eilt sie zur Garderobe
als hätte sie Angst
Wichtiges zu versäumen
Er steht neben ihr
wie selbstverständlich
hilft er ihr in die Jacke
erschrocken hält sie ein
nimmt die beruhigende Stimme wahr
und sein Lächeln
*
überarbeitet 08/2026
Foto und Text (C) Ingrid Bezold
© Ingrid Bezold
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