Die Zeit, sie öffnet uns manch Türen.
Hindurch zu gehn obliegt dabei
uns selbst, doch stets ohne Allüren.
Das Wie ist völlig einerlei.
Ist nicht so viel doch vorbestimmt,
schon von Geburt an als man Kind.
Selbst später noch wohl Tag für Tag
verschwindend dann, was man vermag.
Wenn man erst alt und auch allein,
fehlt es noch mehr am Glücklichsein.
Beim Blick zurück auf so viel Zeit
in der, wenngleich so viel vertan,
die Frage sich einstellt ~ wie weit?
Wo hört es auf, wo fängt es an?
Wie vermag der Mensch zu lenken,
all das, was unabänderlich?
Entgegen alledem im Denken,
stets daran, was oft hinderlich.
Es fehlt erst recht an Glücklichsein ~
wenn man erst alt dann und allein!
© Uschi Rischanek
Text/Bild/Rezitation
Music: mcanden
Autorenkommentar:
Die Trauer die aus Unvermögen rekrutiert, sich hinter Masken selbst verbirgt...
Der Text entstand nach dem Besuch bei meiner Tante die im Dezember hundert Jahre wird und im Prinzip alleine auf sich selbst gestellt ist. Zwar bekommt sie durch Heimhilfe Unterstützung, doch im Prinzip überwiegt die Traurigkeit da ich ziemlich weit von ihr entfernt wohne und nur unzureichend ab und an vor Ort zu ihr kommen kann und mich täglich auf mehrfache Gespräche am Telefon beschränken muss.
Daher auch meine Trauer über das Unvermögen durch die Entfernung ausgelöst bei mir!
„Es fehlt manchmal am Gücklichsein" ist ein Gedicht aus der Kategorie Erinnerungen & Nostalgie von Uschi R., veröffentlicht am 28. Juli 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Uschi R.
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
6 Kommentare
dein Gedicht schildert die Situation, die viele alte Menschen betrifft. Keine Familie, Freunde schon tot...
Nachbarn und Bekannte sind freundlich und nett, aber sie können die Nähe und das Vertrauen, das man zu seinen " Menschen" hatte, nicht ersetzen. Einsamkeit stellt sich ein.
ABER.....
Du hast ein sehr gutes Verhältnis zu deiner Tante, da schenkst du ihr durch deine Anteilnahme an ihrem Leben - wenn auch telefonisch - doch Glücksmomente. Auch für dich ist es gut, denke ich.
Liebe Grüße
Ingrid
mein Lebensmensch schon von Anbegin bis heute ist und war meine Oma für mich. Mit ihr hat mich eine ganz besondere Bindung umgeben die ich so weder bei meinen Eltern fand noch sonst bei irgendwem. Wir waren auf eine Art seelenverwandt. Bedauerlicherweise habe ich es verabsäumt, die vielen Geschichten meiner Tante aufzuzeichnen, es wäre eine überaus interessante Zeitgeschichte geworden vermutlich. Alles was ganz früher war ist ihr noch allgegenwärtig, als sie in den Luftschutzkeller laufen mussten und als Verdunkelung angeordnet war. Auch beim Abhören der amerikanischen Radiosender durfte man nicht erwischt werden und wie sie einmal sogar von der Gestapo abgeholt wurde, und und und!
Man kann sich das heutzutage nicht mehr vorstellen und möchte es auch gar nicht so gerne denke ich. Menschen ihres Jahrgangs haben eine andere Sichtweise auf viele Dinge des Lebens. Wenn sie nun, wie ich schon andernorts schrieb, Begehungen ihrer Wohnung, in der sie seiet 86 Jahren wohnhaft ist, erdulden muss, weil die Wohnungen in ihrem Miethaus verkauft werden, so ist es nicht nur für sie belastend sondern ebenso für mich. Es wird sie keiner rauswerfen können und trotzdem!!!
Mein Papa starb mit fünzig bei seinem einzigen Autounfall es blieb ihm wohl vieles erspart im Leben!
Alles relativ je nach Sichtweise.
Vielleicht ist unser Schreiben auch eine Art des Ventilierens.
Auch dir mein Dankeschön fürs Reflektieren!
Liebe Grüße
Uschi
G.
Ich danke dir für deine Gedanken und shcicke liebe Grüße!
Uschi
Was haben die dann erst im Alter.
Vollkommene Gefühlsleere.
LG
Empfindung oder Herzenswärme zu haben oder überhaupt zeigen zu können ist heute nicht mehr wirklich gefragt. Manchmal hat man beinahe den Eindruck, die Menschen fühlen sich fast unangenehm berührt wenn man in irgend einer Form Emotion durchblicken lässt.
Ich wuchs bei meiner Oma auf die mich ausschließlich mit Liebe aufgezogen und umgeben hat, niemals mit Strenge. Ihre Tochter, also besagte Tante von mir, steht nun mit beinahe 100 Jahren auf sich selbst gestellt und mehr oder weniger alleine da. Bekannte, Freundinnen, Familie sind allesamt zumeist schon lange vor ihr gegangen, was in der Natur der Sache liegt.
Noch vor ein paar Jahren wollte ich sie animieren, doch in einen Pensionistenclub zu gehen, da meinte sie das käme für sie wohl nicht in Frage denn da wären nur lauter alte Leute ;-))
Danke für dein Reflektieren!
LG Uschi