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Wo Verse und Tore fallen
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
Großmutter sitzt in ihrem Sessel
und hält gerad´ Mittagsruhe.
Die Füße auf der kleinen Fußbank,
daneben ihre schwarzen Schuhe.
Sie erzählt gern von ihrer Jugendzeit,
- wie schön es damals war.
Viel Ruhe und Gemütlichkeit,
das Wasser war noch rein und klar.
Früher gab es keinen Fernseher
und auch kein Telefon.
Der Lehrer und der Pfarrer,
galten als Respektperson.
Die Frauen arbeiteten zuhaus´,
mussten putzen, waschen, kochen.
Im Winter hat sie viel gestrickt,
am liebsten dicke, warme Socken.
Im Garten gab es Erdbeeren,
Obstbäume und auch Bohnen.
Gedüngt wurde mit Pferdemist,
die Ernte sollte sich ja lohnen.
Automobile gabs damals schon,
doch die waren viel zu teuer.
Konnte man sich ein Fahrrad leisten,
war das schon ungeheuer...
In ihrem warmen Kachelofen,
hinter den kleinen Ofentüren,
brutzelten oft gefüllte Äpfel.
Damit konnte sie uns verführen.
Neulich sagte sie zu mir:
"Ich kann so vieles nicht verstehen.
Die Welt hat sich zu schnell verändert.
Es wird langsam Zeit zu gehen."
© Gudrun Nagel-Wiemer
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8 Kommentare
Olaf
dein Gedicht hat es mir angetan. Ich denke an meinen Großvater Jakob: Waffenschmied, Jäger, Heger in der Tschechoslowakei. Da war ich drei Monate alt. Ich erinnere mich, viele Jahre später, an die Tabakblätter, die er auf einer Leine zum Trocknen aufhing, um "den Genuß" später gehäckselt auf der Ofenbank zu rauchen. Das war vor 60 Jahren. Verdiente Gemütlichkeit nach schweren Lebenskrisen.
Wir geben den Generationen die Zeit weiter und können nicht voraussehen, was noch kommt.
Liebe Grüße, Christine.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was die Zukunft für die nächste Generation bereit hält. Es hat sich nichts zum Guten verändert. LG Gudrun