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Wo Verse und Tore fallen

USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026

15. April 2024

Die guten alten Zeiten

Die guten alten Zeiten

Großmutter sitzt in ihrem Sessel
und hält gerad´ Mittagsruhe.
Die Füße auf der kleinen Fußbank,
daneben ihre schwarzen Schuhe.

Sie erzählt gern von ihrer Jugendzeit,
- wie schön es damals war.
Viel Ruhe und Gemütlichkeit,
das Wasser war noch rein und klar.

Früher gab es keinen Fernseher
und auch kein Telefon.
Der Lehrer und der Pfarrer,
galten als Respektperson.

Die Frauen arbeiteten zuhaus´,
mussten putzen, waschen, kochen.
Im Winter hat sie viel gestrickt,
am liebsten dicke, warme Socken.

Im Garten gab es Erdbeeren,
Obstbäume und auch Bohnen.
Gedüngt wurde mit Pferdemist,
die Ernte sollte sich ja lohnen.

Automobile gabs damals schon,
doch die waren viel zu teuer.
Konnte man sich ein Fahrrad leisten,
war das schon ungeheuer...

In ihrem warmen Kachelofen,
hinter den kleinen Ofentüren,
brutzelten oft gefüllte Äpfel.
Damit konnte sie uns verführen.

Neulich sagte sie zu mir:
"Ich kann so vieles nicht verstehen.
Die Welt hat sich zu schnell verändert.
Es wird langsam Zeit zu gehen."

© Gudrun Nagel-Wiemer

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Gudrun Nagel-Wiemer Erinnerungen & Nostalgie 8 Kommentare
Gudrun Nagel-Wiemer

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 1200 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, üb…

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8 Kommentare

Gabriele Berg
Gabriele Berg Versschmied
10.09.2024
Ja, und für diese Arbeiten hatten alle die gleiche Zeit zur Verfügung. Manchmal frage ich mich was würde ich ohne die Maschinen oder Fahrzeuge machen. Kaum zu glauben. LG Gabi
Olaf
Olaf Meisterdichter
20.04.2024
Offensichtlich wissen nur wenige Geister, dass früher und damit auch das Mittelalter Umweltverschmutzungen kannte, von der industriellen Revolution und ihren Auswüchsen einmal ganz zu schweigen. Am heimeligen Herd lebten jene, die auch die Härte der Restauration (nach 1815) kennenlernen durften. Diese Spitzwegepoche bekam den originellen Namen "Romantik". Es war eine Epoche des unverfrorenen Spießertums. Biedermann und deren Brandstifter waren jene Nachfolger, die auch heute ihren unseligen Geist über uns sprühen !
Olaf
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an Olaf
20.04.2024
Ja, so hat jeder seine eigenen Gedanken zu diesen 8 Versen. Olaf, danke fürs Lesen, Kommetiren und Herzchen drücken. Gruß, Gudrun
pally66
pally66 Poet Laureat
17.04.2024
Im Nachhinein hört sich vieles immer so verklärt und anheimelnd an, liebe Gudrun, doch die Realität, sprich Arbeit, war ganz schön anstrengend, ohne die uns heut vertrauten Hilfsmittel. Sicherlich war der Gemeinschaftssinn besser als heute, wo jeder nur noch mit seinem Handy "spricht". Früher unterhielt man sich noch von Angesicht zu Angesicht, musizierte oder machte Gesellschaftsspiele. In welcher Familie gibt es das heute noch???? Schöne Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit, Helga
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an pally66
18.04.2024
Die Arbeit war früher normal, liebe Helga. Man kannte es nicht anders. Die Familien waren groß, da hatten die Mütter einiges zu wuppen. Die älteren Menschen kommen heute teilweise mit der Technk nicht mehr klar. Da fällt manchmal die Bedienung des Senioren-Handys schon schwer. Danke für Kommi und Herzchen, Gruß, Gudrun
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Autor Dichterlegende
16.04.2024
Ewald und Ralph, danke für die freundliche Bewertung. LG Gudrun
Christine Biermann
15.04.2024
Liebe Gudrun,
dein Gedicht hat es mir angetan. Ich denke an meinen Großvater Jakob: Waffenschmied, Jäger, Heger in der Tschechoslowakei. Da war ich drei Monate alt. Ich erinnere mich, viele Jahre später, an die Tabakblätter, die er auf einer Leine zum Trocknen aufhing, um "den Genuß" später gehäckselt auf der Ofenbank zu rauchen. Das war vor 60 Jahren. Verdiente Gemütlichkeit nach schweren Lebenskrisen.
Wir geben den Generationen die Zeit weiter und können nicht voraussehen, was noch kommt.
Liebe Grüße, Christine.
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an Christine Biermann
16.04.2024
Liebe Christine, du kannst dich sicher auch noch an vieles erinnern. Meine Tante lief oft mit Handfeger und Kehrblech auf die Straße um die Pferdeäpfel vom Kopfsteinpflaster aufzusammeln, die dann gleich im Garten als Dünger verteilt wurden. Alles Natur... keine Chemie.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was die Zukunft für die nächste Generation bereit hält. Es hat sich nichts zum Guten verändert. LG Gudrun

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