Trauer/Kummer/Schmerz



Ein Leben zieht vorbei



Einsam sitzt er in seinem Zimmer,
halb im Dunkeln, - bei Kerzenschimmer.
Denkt noch mal über sein Leben nach,
und über die Frau, die ihm das Herz einst brach.

Er denkt an seinen Freund aus dem Kinderchor,
an das alte, knarrende Gartentor,
durch das er flüchtete, wenn der Vater trank.
Wie oft gab es im Elternhaus deswegen Zank.

Als Jugendlicher wurde er eingezogen.
Man hat ihn um seine schönsten Jahre betrogen.
Der Krieg war grausam, alles wurde zerstört,
noch Jahre später hat er im Traum die Sirenen gehört.

In den fünfziger Jahren hat es rote Rosen geregnet.
Er ist seiner großen Liebe Anna begegnet.
Sie war die Frau, die sein Herz erobert hat,
doch irgendwann zog sie fort, in eine andere Stadt.

Er las ihn immer wieder, - den Abschiedsbrief,
eine Welt brach zusammen, - der Schmerz saß so tief.
Von Frauen wollte er lange Zeit nichts mehr hören,
nie wieder sollte ihn eine Liebe zerstören.

Eine neue Aufgabe im Beruf weckte seine Leidenschaft,
er machte Karriere, - daraus zog er die Kraft.
Eine eigene Familie blieb ihm zeitlebens versagt,
hier sitzt er allein, ein wenig traurig, betagt.

Gelesen: 37   
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AUTOR:

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Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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3 KOMMENTARE



14. September 2018 @ 12:12

Liebe Gudrun, Dein Gedicht hat mich sehr bewegt. Es ist Dir gut gelungen, das Leben dieses einsamen Mannes richtig ergreifend zu beschreiben. Es gibt so unglaublich viele einsame Menschen, sehr traurig. Einen schönen Tag und liebe Grüße Hanni


14. September 2018 @ 12:57

Liebe Gudrun, zurzeit sind hier Erinnerungen angesagt. Endlich mal wieder was Schönes zu lesen! Selbst, wenn sie wehmütig sind. LG Ingrid



14. September 2018 @ 13:28

Ja, liebe Hanni, wurde durch ein paar Zeilen in einem Buch zu diesem Gedicht inspiriert.
Durch deinen Kommi, liebe Ingrid, bin ich erst auf dein schönes Gedicht aufmerksam geworden.
Liebe Grüße an euch beide, Gudrun.


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