Wo Verse und Tore fallen
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
Eine fette Rosenwanze wollte abends mal zum Tanze
und fragte einen Schmetterling, ob er mit ihr zur Party ging.
Der Falter - wunderschön und chic - riskiert nicht einmal einen Blick.
Er lacht aus den dicken Brummer: "Bist wohl nicht ganz dicht du Dummer!
Sieh dich mal an so fett und grau, dagegen strahl ich gelb und blau,
und meine Flügel zart und fein, die leuchten gold im Sonnenschein!"
Die Wanze traurig und gekränkt den Kopf auf ihre Rosen senkt.
Warum bin ich nicht schlank und schön, dann könnt ich auch zum Tanzen gehn.
Plötzlich hört man Flügelschlagen, einer Krähe knurrt der Magen,
sie schnappt den Schmetterling im Flug und schluckt ihn gleich auf einen Zug.
So ein Pech, denkt sich die Wanze, der geht niemals mehr zum Tanze.
Ich bin zwar unscheinbar und grau, aber doch glücklich, rund und schlau!
Und die Moral von der Geschicht, die größte Schönheit nützt dir nicht,
willst du des Lebens dich erfreun, ist es oft besser, grau zu sein!
© Ingeborg Schmaranzer
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3 Kommentare
graues " Mäuschen " zu sein . Hochmut kommt vor dem Fall .
Locker , leicht und lustig dein Gedicht, so wie ich es mag .
Grüßchen Heike
Ich freue mich darauf, mehr von dir zu lesen. Gruß, Gudrun