15. Januar 2026

Schweigen der Laternen

Die Nacht legt ihr Ohr an Beton,
zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht.
Ein fernes Leuchten hält stur seine Position,
wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht.

Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt,
wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt.
An Kreuzungen stehen Laternen geklont,
wie Fragen aus Glas unter dem Firmament.

Gesichter gleiten vorbei ohne Ziel,
kein Blick hebt sich aus dem Moment.
Die Stimmen sind laut, doch sie sagen zu viel,
bis jedes Echo sich selbst nicht mehr kennt.

Ich rufe ins Dröhnen, das keiner mehr hört,
vor dem Schweigen, das langsam euch frisst.
Doch jedes Wort, das sich atmend empört,
zerbröselt im klaren Laternenlicht.

Ein Wind zieht die Spuren aus Staub an die Wand,
als wollte er flüchtig im Gehen verstehn.
Die Lichter verharren als Wächter im Land,
als hätten sie alles schon kommen gesehn.

© Max Vödisch

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Max Vödisch Sonstige Gedichte 4 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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4 Kommentare

G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
15.01.2026
... gerne gelesen , weil so wunderschöne Metaphern sind.Von den vielen ist meines Erachtens die schönste : "... die Nacht legt ihr Ohr an Beton" ... super !!!!
G.
Max Vödisch
Antwort an G . . . .
Max Vödisch Autor
15.01.2026
Hallo G.,

danke für die positive Beurteilung!

Liebe Grüße
Max

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
15.01.2026
Das kannst du nachträglich unter bearbeiten korrigieren.

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