6. Juni 2020

So nah und doch so fern

So nah und doch so fern

Man darf jetzt wieder Freunde sehen
und mit ihnen essen gehen.
Darauf haben wir uns gefreut,
darum machen wir das heut´.

Rasch fiel somit unsere Wahl
auf ein italienisches Lokal.
Auf geht’s, es wird nicht lang geschnackt
und der Mundschutz eingepackt.

Als wir Vier dann Platz genommen,
ist der Wirt zu uns gekommen.
Wir mussten gar nicht lange warten
und bekamen unsere Speisekarten.

Nach der Auswahl unserer Speisen,
ließ Walter seine Blicke kreisen.
Der gute Mann hielt es nicht aus,
und holte gleich das Handy raus.

Kein Wort zu uns, ganz nebenbei,
schaltet er sein Smartphone frei.
Wie ich es von gegenüber seh´,
leuchte auch schon das Display.

„ Nur mal kurz Nachrichten checken,
dann werde ichs in die Tasche stecken.“
Ich bin entsetzt und kanns nicht fassen.
Kann er das Ding nicht stecken lassen?

Walter denkt nicht dran es auszuschalten
und möchte sich nicht unterhalten.
Er muss noch schnell WhatsApps verschicken.
Ich strafe ihn mit bösen Blicken.

© Gudrun Nagel-Wiemer

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Gudrun Nagel-Wiemer Sonstige Gedichte 3 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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Gudrun Nagel-Wiemer

Deutschland

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 1400 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, üb…

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3 Kommentare

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Autor Dichterlegende
07.06.2020
Ewald, deinem Herzchen entnehme ich, das du mir zustimmst. Für die Jungend ist es selbstverständlich, dass sie immer online sind, unsere Generation sollte ein schönes Gespräch noch zu schätzen wissen. LG Gudrun

Ich sollte es mir zur Angewohnheit machen, meine Kommentare vor dem Abschicken noch einmal zu lesen. Habe gerade bemerkt, dass viele Tippfehler in der vorherigen Antwort sind. Sorry....
pally66
pally66 Poet Laureat
06.06.2020
Hallo Gudrun, so sinnvoll ein Smartphone auch immer sein mag, aber in manchen Situationen muss es wirklich nicht sein. Gerade in so einer Lage, wie Du sie in Deinem Gedicht beschrieben hast. Wenn man sich trifft, will man sich ja gegenseitig austauschen. Da sollte das Handy tabu sein, oder muss mir meine App erst sagen, wann ich zu lachen oder einen Witz zu machen habe, weil mir selbst die Worte fehlen?? :) Schönes Wochenende, Helga
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an pally66
07.06.2020
Helga, ich bin immer höllisch genervt, wenn ich ein Lokal oder Cafebetrete und meine Begleitung fragt: Haben Sie Wlan und ein freies Netz? Dann möchte ich am Liebsten wieder umdrehen, weil ich schon merke, dass meine Stimmung kippt. Für mich bedeutet das Desintressen am Gesprächspartner. Dir einen schönen Sonntag. LG Gudrun

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