
"Dein Sauerfleisch ist Spitze",
höre ich die Freunde sagen.
Ich koche es nur selten,
kann es nicht gut vertragen.
Ein lieber Freund kommt zu Besuch
und wünscht sich das Gericht.
Das ist für mich Anlass genug,
denn drücken gibt es nicht.
So stehe ich am Küchenherd,
koche das Schweinefleisch dafür,
denke mir ganz unbeschwert,
die Säure hab´ ich im Gespür.
Dann schmecke ich die Brühe
noch mit Gewürzen ab,
noch einen Schuss vom Essig,
und Zucker nicht zu knapp.
Ich löse die Galantine auf
und rühre sie in die Brühe,
nun gieße ich die Schale aus,
das macht mir keine Mühe.
Die erste Schicht ist Aspik pur,
ich lege das Fleisch darauf,
oben drauf kommt Garnitur,
dann gieße ich wieder auf.
Nun rasch in den Kühlschrank,
die Masse muss gelieren.
Heute ist mir etwas bang...
Jemand sollte noch probieren.
Mein Mann kostet vom Aspik
mich überkommt ein Schauer.
Ich sehe es an seinem Blick,
das Jues ist viel zu sauer.
Ich schaue ihn entsetzt an.
"Schmeckt es dir denn nicht?"
Jetzt grinst er, so breit er kann.
"Das ist wieder ein Gedicht!"
Aquarell:GNW