Die Schönheit unserer Sprache in Versen
Tag der deutschen Sprache
Sie sitzt im Rollstuhl- steht im Flur
in einem Pflegeheim;
seit Monaten kommt kein Besuch-
sie fühlt sich so allein.
Ein Pfleger kommt und schiebt sie fort
in Richtung Speisesaal,
denn es gibt Mittag hier um zwölf,
doch das ist ihr egal.
Es schmeckt ihr lange schon nichts mehr,
seit sie im Heim hier ist,
denn ihr Zuhause war so schön,
das sie so sehr vermisst.
Sechs Kinder hat sie groß gemacht-
ihr Leben war sehr schwer,
doch jetzt lässt man sie hier im Stich
und es kommt keines mehr.
Die Mittagszeit ist bald vorbei-
man schiebt sie jetzt hinaus,
zurück zu ihrem Fensterplatz-
sie sieht zum Fenster raus.
Sieht die Forsythien herrlich blühen-
goldgelb im Sonnenschein,
dann fallen ihr die Augen zu-
sie schläft für immer ein.
Am nächsten Tag - ein Enkelkind
will sehen, wie ´ s Oma geht,
es kommt mit einem Blumenstrauß
jedoch es ist zu spät.
„Zu spät " ist ein Gedicht aus der Kategorie Trauer/Kummer/Schmerz von Ewald Patz, veröffentlicht am 6. Mai 2023 auf Gedichtesammlung.net.
© Ewald Patz
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4 Kommentare
LG Gudrun
Danke für eure Kommentare.
LG
Ewald
LG Ingrid
Habs gelesen.
Schönes Wochenende
LG
Christian