Sonstige Gedichte



Das verflixte siebte Jahr



Wir standen vor dem Traualtar,

liebten uns und sagten "„Ja"“.

Wollten uns auf Händen tragen,

in guten, wie in schlechten Tagen.

Wir versprachen uns einander zu respektieren

und nie die Achtung zu verlieren.

Wir wollten uns zur Seite stehen

und niemals auseinander gehen.

Doch dann war es plötzlich da,

"das verflixte siebte Jahr".

Unsere Ehe haben wir in sieben Jahren,

still schweigend an die Wand gefahren.

Betroffen fragt man sich irgendwann:

Wer war bei uns der Steuermann?

Die Achtung ist sehr schnell gewichen,

ein rauer Ton hat sich rasch eingeschlichen,

um Streitigkeiten abzufangen,

sind wir uns aus dem Weg gegangen.

Weil scharfe Worte oftmals kränken,

versuchten wir sie einzuschränken.

Vieles wurde nur noch gedacht

und mitgenommen in die Nacht.

Nie wurde die Seele aufgeräumt,

wir haben geschwiegen, - von Liebe geträumt.

Nach ein paar Jahren merkt man dann,

dass man so nicht leben kann.

Die rosa Wolken sind vorbei gezogen,

wir haben uns irgendwann verloren.

Nun gilt es einen Schnitt zu machen,

dann können wir endlich wieder lachen,

dann löst sich sicher auch der Frust

und man bekommt auf Neues Lust.

Stolpersteine gehören zum Lebenslauf,

ich ertrage sie und begehre nicht auf.

Schaue nach vorn und nicht mehr zurück,

irgendwo wartet ganz sicher das Glück.

Gelesen: 1972   
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AUTOR:

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Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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2 KOMMENTARE



06. Juni 2018 @ 18:55

Hallo, liebe Gudrun, Du hast den traurigen Zustand des Auseinanderlebens sehr gut in dichterische Worte gefaßt. Davon kann so mancher ein Lied singen, leider kommt und geht manchmal die Liebe! Viele liebe Grüße Hanni


08. Juni 2018 @ 19:25

Hallo Gudrun,
ich kann nicht aufhören mir dein Gedicht durchzulesen. Es hat diese etwas, was mich berührt und mich zum nachdenken bringt. Ich liebe deinen Schreibstil! Ich hoffe, dass ich noch viel von dir lernen kann.
Lg,
Anni :-)


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