Die Schönheit unserer Sprache in Versen

Tag der deutschen Sprache

20. Juni 2021

Das Verhör

Das Verhör

Er sitzt ihr gegenüber,
sie schaut ihm ins Gesicht.
Ob er die Frau bestohlen hat,
das weiß sie jetzt noch nicht.

Sie beobachtet jede Geste.
Noch gibt er sich ganz cool.
Er beantwortet ihre Fragen,
sitzt ruhig auf seinem Stuhl.

Die Beamtin hat Erfahrung
und spricht ihn freundlich an.
Sie weiß, dass sie mit viel Geduld,
ihr Ziel erreichen kann.

Jetzt braucht sie sein Vertrauen,
und zollt ihm auch Respekt.
Noch ahnt der junge Bursche nicht,
was sie damit bezweckt.

"Wenn Sie den Überfall gestehen,
wirkt sich das strafmildernd aus,
Es gibt jetzt einen Zeugen,
aus dem Nachbarhaus."

Seine Augenlider flattern,
der Blick wird plötzlich starr.
Leugnen macht jetzt keinen Sinn,
- das wird ihm plötzlich klar.

Endlich packt der Junge aus:
„Das Geld brauchte ich für Drogen.
Ich bin ein Opfer meiner Sucht
habe gestohlen und gelogen.

„Das Verhör" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 20. Juni 2021 auf Gedichtesammlung.net.

© Gudrun Nagel-Wiemer

Sammlung 65 Aufrufe
Gefällt auch:
Gudrun Nagel-Wiemer Sonstige Gedichte 4 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
Anzeige
Gudrun Nagel-Wiemer

Deutschland

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 1400 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, üb…

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

4 Kommentare

pally66
pally66 Poet Laureat
22.06.2021
Hallo Gudrun, das muss aber eine sehr vertrauenseinflößende Polizistin gewesen sein, wenn der junge Mann gleich reumütig gestanden hat. Was man so hört und liest, verlaufen solche Verhöre meist komplizierter ab. Diese rauscherzeugenden Substanzen sind schon eine schleichende Gefahr für die Menschheit. Jeder, der sich davon fern hält, kann sich glücklich schätzen. Drogenfreie Grüße, Helga
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an pally66
13.07.2021
Liebe Helga, deinen Kommentar habe ich gerade erst entdeckt. Ich schaue nicht mehr so oft ins Forum, da geht einiges verloren. Wenn man viel Krimis liest, kommt auch mal so ein Gedicht zustande. Die Realität kann aber oft noch viel grausamer sein, weiß ich von unserem Kriminalhauptkommissar aus der Familie. Wenn man lange in diesem Beruf arbeitet, sind die üblichen Drogendelikte eher harmlos. LG Gudrun
Hanni
Hanni Poet Laureat
21.06.2021
Liebe Gudrun,
ja, Sucht ist etwas furchtbares, das hast Du in Deinem Gedicht sehr gut rübergebracht. Die Beamtin hat das Verhör sehr gut geführt und hat den jungen Mann dazu gebracht, seine Tat zuzugeben.
Ich wünsch Dir einen schönen Wochenanfang in Deinem Paradiesgarten! Liebe Grüße Hanni
Gudrun Nagel-Wiemer
Antwort an Hanni
21.06.2021
Liebe Hanni, man kann froh sein, wenn die eigenen Kinder oder Enkelkinder nicht mit Drogen in Berührung kommen. Wie schnell ist ein Leben verfuscht.
Mein Paradiesgarten? Ich nennne es immer gepflegter Wildwuchs. Nach dem Regen in der Nacht habe ich heute einiges zu tun gehabt. LG Gudrun

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Ein Blick von dir genügt und ich bin dir verfallen. Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann möchte ich nur dir gefallen. Ohne …

Gedicht lesen
Anzeige
Meist gelesen · Sonstige Gedichte
Aktiv in · Sonstige Gedichte