Sonstige Gedichte



BESORGTE BÜRGER



 

*Besorgte Bürger*

 

Es ist meist so bei dem Rassist,

dass er nicht merkt, dass er es ist.

Für ihn ist’s seine „Meinung“ nur,

gut nur die eigene Kultur.

„Migranten sollen zu Hause bleiben“

sie gern auf Transparente schreiben.

Sippenhaftung, alle gleich; 

nur sie selbst sind segenseich.

 

Verstehen nicht, welches Glück sie hatten,

geboren zu sein in ihren Staaten,

mit Pressefreiheit und Gesetzen.

Nein, lieber doch die Messer wetzen

gegen alles nicht von hier. 

Zerfressen von der eignen Gier;

und der Neid auf alles Fremde

spielt Diktatoren in die Hände.

 

Mit der EU gar nichts am Hut,

gendern kitzelt ihre Wut.

Haben gern die Paranoia,

bei „Diversem“ fängt man Feuer.

Leugnen den Klimawandel meist

und die Wissenschaft ganz dreist.

Die Presse schreibt immer mehr Lügen,

Eliten wollen uns nur betrügen.

 

Befürworten die Todesstrafe,

folgen den Führern wie die Schafe. 

Würden die kleine Kinder essen, 

hielten sie dies für angemessen.

Sind großzügig da beim Verzeihen, 

doch bei den Andern sie gleich schreien.

Nach Abschiebung und harten Strafen;

mit Milde haben sie nichts zu schaffen.

 

Mitleid ist für sie nur Schwäche,

Aug in Auge man sich räche

für Nationalstolz und die Heimatehre;

Empathie, die geht ins Leere.

Reflektion ist nicht ihr Ding,

das Ego eher Feuer fing.

Und wenn Wirtschaftsdaten sinken

waren schuld daran die Linken.

  

Sind auch gern Fans von Lederhosen,

vom Dirndlkleid mit roten Rosen.

Die Frau am besten hinterm Herd,

das stärkt des strammen Mannes Wert! 

Kurz, das alte Sittenbild,

damals war alles halb so wild;

das mit den Juden usw.

darüber lächelt mancher heiter.

 

Mit ihnen darf mans zwar nicht machen,

doch andere muss man überwachen.

Träumen von Grenzen und von Mauern,

können um Flüchtlinge nicht trauern,

die elendig im Meer ertrinken,

würden zum Abschied gern noch winken.

Nur deren Straftaten im Sinn,

bei Deutschen schauen sie nicht hin.


So sind Bürger mit solchen Sorgen,

sie denken oftmals nicht an morgen.

Das „Früher“ haben sie verdrängt,

an sowas man nicht gerne denkt.

Wettern lieber gegen Grün und Rot

in ihrer ach so großen Not.

Und durch die Zwietracht dieser Wähler, 

wird der Sozialstaat stetig schmäler …

 

         DerPoet (08/25)




Bild: X (Twitterperlen)

 

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Chris Peter (aka *DerPoet*)

geb. 1965 im steirischen Feldbach, lebt in der Nähe von Graz (Österreich).

Freier Autor, schreibt seit seinem 18. Geburtstag Poesie und Gedichte,
hauptsächlich zu den Bereichen Liebe & Beziehungen, aber auch zu sozialkritischen Themen und dem aktuellen Zeitgeist, meist in klassischer Gedicht- und Reimform.

Literarische Vorbilder: Christian Morgenstern, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz.

2. Platz in der Kategorie "Kunst & Literatur" im Februar 2017 bei Besucher-Award.de
mit der Facebook-Seite:

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