14. Februar 2024

Die Heimsuchung.

Die Heimsuchung.

Die Heimsuchung.

Flüsse steigen, sie fluten die Täler, vernichten die Häuser, ertränken

die Menschen.

Eisberge weinen, Meere füllen sich, Lebensraum versinkt in den Fluten.

Die Berge speien Lava, Feuerwalzen begraben alles.

Stürme entwurzeln Bäume, entblößen Dächer, versenken Schiffe.

Tsunamis wüten in den Meeren, verschlingen die Küsten mit gierigen

Wellen.

Wälder brennen, Landstriche verkohlen.

Wüsten werden zu Wanderdünen, Dörfer und Städte versanden.

Die Erde ist heiß, Wasser verdunstet, Menschen hungern, dursten und

fliehen.

Epidemien verteilen unsichtbare Dämonen auf die Menschen aller

Nationen.

Doch noch viel Schlimmeres steht uns bevor, denn verfolgt von Hunger,

Krieg und Not stehen Flüchtlinge an unseren Grenzen, wir nehmen sie

auf, und wissen nicht, was weiter geschieht.

Der Krieg in Europa treibt uns um. Erst wollten wir das Klima schützen,

nun schauen wir sorgenvoll in die Lüfte, Sirenen wie Blitze durch die Kör-

per zucken...

Die Erde wehrt sich, ihr droht ein Desaster, doch die Kriegsgefahr hat

Schwergewicht.

Der Mensch, so traumatisiert, wie soll er leben mit der Angst, wo neben-

an die Menschen sterben, die Gifte in den Himmel steigen, Krankheit und

Not die Seelen fressen.

Soll man noch ein Bäumchen pflanzen? Stiefmütterchen setzen? Trotzen

wie das Schneeglöckchen in der noch gefrorenen Erde??

Müde über Achtzig, sind unsere Tage abgezählt, deshalb beten wir in uns

hinein: für den Frieden der Generationen, für die ganze Welt und die

Schwachen.

Und ich, die auch ängstlich vor allem steht, ich lasse in meine Haare ein

paar sonnige Strähnchen machen.

 

Erzählung: (c) Christine Biermann

Bild: freeyork. org

© Christine Biermann

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Christine Biermann Kurzgeschichten 2 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
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Christine Biermann

Ich habe meine Lebensfreude wieder gefunden.
Pflichten: Haus und Garten.
Hobbys: Lesen, Schreiben, Bewegung, Radfahren, Kochen, Backen,
Bewirten. Mein Elixier: Familie, alte und junge Freunde, Nac…

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2 Kommentare

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
15.02.2024
Christine, du hast die momentare Situation gut zusammengefasst. Mich gruselt es , wenn ich die Nachrichten höre. Es wird immer beängtigender, - wir leben in ungewissen Zeiten. LG Gudrun
Ralph Bruse
Ralph Bruse Meisterdichter
14.02.2024
Die Sonnen-Strähnchen: prima Schluss,
weil uns ja Hoffnung bleiben muss.

Eindringliche Zeilen, Christine.

Herzlichst Ralph

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