Sonstige Gedichte



Entlassener Sträfling

Bettelnd vor dem Einkaufscenter,
die Menge schweigt, sie geht nur weiter.
Entlassen aus dem grauen Knast,
achtundzwanzig Monate – Last.

Ohne Wohnung, ohne Lohn,
bleibt dir am Ende der kalte Beton.
Ohne Hoffnung, ohne Ziel,
das Leben wird ein Überlebensspiel.

Diebstahl flackert in Erinnerung,
doch keine Chance zur Besserung.
Du hast keine Wahl, du bist allein,
und fällst erneut ins Dunkel hinein.

Vorurteile, Verachtung, Spott,
kein Mitleid, keine Hand von Gott.
Wo bleibt die christliche Moral,
Menschlichkeit fehlt – total.

Die „Normalen“ lassen dich im Stich,
sie urteilen hart, sie sehen dich nicht.
Kein Licht, nur Schatten überall,
für sie bist du immer kriminell.

Im Obdachlosenheim zuletzt,
von Brüdern stumm und leer besetzt.
Manche längst vom Suff zerfressen,
willst du dein Schicksal vergessen.

Die Freiheit brachte dir kein Glück,
sie zog dich Schritt für Schritt zurück.
Ein neuer Bruch, ein alter Bann –
Gefängnismauern zieh’n dich an.

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2 KOMMENTARE



21. Dezember 2025 @ 10:13

Ein trauriges Thema. Es ist sicher schwer, wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden, wenn man keine Familie hat, die einen auffängt, Max. Dir einen schnen 4. Advent., Gudrun


21. Dezember 2025 @ 15:10

Hallo Gudrun,

danke für den Kommentar. Es ist leider sehr oft die Realität, dass die entlassenen Sträflinge den Anschluss in der Gesellschaft verpassen und wieder kriminell werden.

Ich wünsche Dir ebenfalls einen schönen 4.Advend und ein frohes Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Max



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