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Gedichte zur Fußball-WM 2026

USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026

14. Mai 2026

Elternabend bei Herrn Schröder

Elternabend bei Herrn Schröder

Heute steht ein Elternabend an,
ich werde gleich zur Schule fahr´ n".
Meine Tochter hat mich gebeten,
sie heute würdig zu vertreten.
Ich bin an allem interessiert
und gespannt, was heut´ passiert.

„Lehrer sein ist wunderbar“,
stellt Herr Schröder gleich mal klar.
Nicht jedes Kind sei geistig helle,
es gibt auch pädagogische Härtefälle,
die Intelligenten, im jugendlichen Alter,
nennt er „Zauberwürfel-Rekordhalter“.

Er liebt die Kinder, gibt er an,
weil er von ihnen lernen kann.
Er kann sich auf Türkisch unterhalten,
spontan auf Russisch dann umschalten,
er lernt muslimisch, bis abends spät,
damit er den Koran versteht.

Seine Frisur hält durch Pomade,
die Hosen reichen bis zur Wade,
da er mit dem Fahrrad fährt,
sind kurze Hosen nicht verkehrt.
Ich erahne einen Waschbrettbauch,
- stramme Waden hat er auch.

Er erwähnt gerade etwas ironisch,
das Klassenbuch sei elektronisch,
und so allmählich,“ step by step“,
regelt er alles rasch per App.
Das betrifft auch alle Klassenfahrten,
ob es klappt, - sei abzuwarten.

Rechtschreibung sei nicht mehr so wichtig,
die Textprüfung korrigiert schon richtig.
Weil Kinder die Elektronik lieben,
wird kaum noch mit der Hand geschrieben.
Jetzt atmet Schröder tief und schwer.
Seine geliebte Tafel gibt’s nicht mehr.

Er geht das Thema "Mobbing" an,
fragt, ob er jemandem helfen kann.
Nicht jeder Schüler schenkt ihm Vertrauen,
da muss er auf die Eltern bauen.
Der Elternrat meldet sich zu Wort,
dann fährt Herr Schröder wieder fort.

Die Theatergruppe kennt man ja schon,
sein Beitrag zur schnellen Integration.
Wer dort mitspielt, ist ihm schnuppe,
er liebt die multikulturelle Gruppe.
Manchmal gibt’s spannende Momente,
denn entdeckt er schon mal Talente.

Als Herr Schröder uns erklärt,
dass man Ganztagsschüler vegan ernährt,
und auch die Lehrer es so wollen,
fängt mein Magen an zu grollen.
Maisfladen mit Käse und Gemüsestücken,
wecken nicht gerade mein Entzücken.

Plastikbecher gibt’s nicht mehr,
denn sie belasten unsere Umwelt schwer.
Herr Schröder erklärt uns klipp und klar:
„Unsere Becher sind recyclebar!“
Was die Schule gar nicht will,
- ist tonnenweise Plastikmüll.

Herr Schröder bietet dann und wann
auch gern mal Joga-Kurse an,
auch Wanderungen durch den Wald,
fördern den Zusammenhalt.
Hilft gegen Stress und Aggressionen,
und würde sich für alle lohnen.

Wo hat man mich hier hinbestellt?
Was ist das heut´ für eine Welt?
Herr Schröder sitzt hinter seinem Pult
und hat die Eltern gerad´ geschult.
Wie war doch unser Schulsystem,
für alle einfach und bequem...

© Gudrun Nagel-Wiemer

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Gudrun Nagel-Wiemer Sonstige Gedichte 1 Kommentare
Gudrun Nagel-Wiemer

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 1200 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, üb…

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1 Kommentar

Gudrun Nagel-Wiemer
15.05.2026
Guten Morgen, liebe Helga, vielen Dank für das herzchen. Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast, dieses lange Gedicht zu lesen. LG Gudrun

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