
Nachbar Schmidt steht an der Pforte,
und bringt mir seinen Papagei.
Er rollt den Käfig durch den Garten
und hat noch allerhand dabei...
"Futter und Vitamintabletten..."
Er holt den Haustür-Schlüssel raus.
"Mach es gut, mein alter Freund,
ich bin ja bald wieder zu Haus."
Der Papagei sitzt in der Ecke,
ich glaub´ der Vogel ist gestresst.
Mir würde es sicher ähnlich gehen,
wenn man mich nicht in Ruhe lässt.
Der arme Kerl streckt seine Flügel
und bringt nicht einen Ton heraus.
Der Papagei ist gar nicht glücklich,
er sieht verwirrt und traurig aus.
Der Vogel knabbert an seinen Federn
und zieht fest mit dem Schnabel dran.
Ich leide mit dem hübschen Tier,
weil ich das nicht mit ansehen kann.
Heute schenke ich ihm etwas Freiheit
und klappe alle Türen auf.
Er klettert aus dem Gitterkasten
und thront jetzt fröhlich oben drauf.
Schon fängt er munter an zu pfeifen,
und plappert froh gelaunt drauf los.
Ich glaube, er möchte sich bedanken.
Der Freiheitsdrang war sicher groß.