Andriy, aus der Nachbarschaft,
trägt morgens Zeitung aus.
Täglich, vor der Schule,
geht er schon aus dem Haus.
Selbst bei schlechtem Wetter,
verteilt er, was wir bestellt.
Der Junge hilft seiner Mutter,
denn sie braucht das Geld.
Sein Vater kämpft in Krieg,
seit drei langen Jahren.
Hier leben sie genügsam,
geschützt, vor den Gefahren.
Ich schaue mal vor die Tür.
Ist er schon hier gewesen?
Vielleicht können wir zum Frühstück,
schon unsere Zeitung lesen...
Dort hinten seht sein Wägelchen,
mit all den Zeitungen drin.
Ich greife einen Schokoriegel,
und gehe zu ihm hin.
Er reicht mir eine Zeitung
und wünscht mir "Guten Morgen".
Die Angst und seine Sorgen,
hält er vor mir verborgen.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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6 Kommentare
Berührende Worte. Bald wird es keine Zeitungsboten mehr geben; denn immer mehr Menschen lesen online.
Ich würde die Printausgabe vermissen...
LG Ingrid