Gedichte Träume & Gedanken



Schwanenfee

Der Vollmond schien über dem Wald,
erleuchtete goldgelb den See,
er dachte, hoffentlich kommt sie bald,
diese wunderschöne Schwanenfee.

Dreimal hatte Jack sie schon belauscht,
bei der Verwandlung im Vollmondlicht,
war von ihrer Schönheit berauscht,
doch er zeigte sich ihr noch nicht.

Jack, des Königs Jäger im Land,
ritt am liebsten durch die Nacht,
purer Zufall, wo er den Weiher fand,
mit der feenhaften Zaubermacht.

Seerosen blühten auf dem Waldsee,
als er den Schwan das erste Mal sah,
sein Gefieder schimmerte wie Schnee,
während das magische Wunder geschah.

Das Licht des runden Mondes glühte,
flutete sanft ihr weißes Federkleid,
auf einmal ein Federwirbel sprühte,
gleich, wenn es dicke Flocken schneit.

Eine Windhose drehte über’ n See,
in ihr, eine Holde, im weißen Gewand,
eine langhaarige Schwanenfee,
schwebend, ähnlich einem Zauberband.

Heute kam sie spät angeschwommen,
Jack begehrte die wunderschöne Fee,
hatte schon Stellung eingenommen,
da landete dieser Schwarze auf dem See.

Es war ein scheußlicher Schwan,
zwei Wirbel kreiselten nun über den See,
der schier teuflisch-dunkle Galan
und jene seiden-weiße Schwanenfee.

Dieses Monster wollte sie beißen,
scharfe Zähne blitzten im Mondschein,
doch die Zarte konnte sich ihm entreißen
und er fiel in die Gischt des Sees hinein.

Beide Schwäne wandelten jetzt zurück,
der Schneeweiße flog schnell davon,
Jack freute sich für ihr Glück,
aber da folgte ihr der Schwarze schon.

Mit seiner Armbrust zielte Jack genau,
das dunkle Federkleid zerstob in der Luft,
er konnte sie retten, diese Wunderfrau,
im Sturzflug teuflischster Kluft.

So lag vor ihm ein hässlich-toter Dämon,
mit vernarbt-ledernem Echsengesicht,
die spitzen Zähne kannte Jack schon,
da kam sie aus dem Vollmondlicht.

Ihre Augen-zwei blaue Schmetterlinge,
das lang-goldblonde Haar geglättet,
die Hände-bestückt mit Diamantringe,
sie hauchte:
“Ich bin Prinzessin Gwendolin,
du hast mich gerettet.”

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