Wenn einem der Nachbar nicht gefällt,
wird er einfach kaltgestellt,
kommt es dann hart auf hart,
wird er tief im Garten verscharrt.
Lange warn´ sie zusammen 20, 30 Jahr,
dem Mann gefiel nicht mehr ihr Haar,
er aus dem Garten holt den Fingerhut,
bereitet ein Essen lecker und gut,
unter dem Fingerhut die Ehefrau nun ruht.
Das Hackebeil arglos im Schuppen hing,
bis einer kam, es vom Haken nahm,
der Bruder war ihm lange schon im Weg,
die Idee war wirklich schräg.
Die Grube war schnell ausgehoben,
der Bruder über den Rand geschoben,
die ausgehobene Erde wieder drauf,
so nimmt das Morden seinen Lauf.
Den Freund hatte ich lange nicht gesehn´,
wollte nur am Feldrain laufen gehen,
viel später erst hat man ihn dann gesehn´,
tot im Fluss, war gerade mal erst neunzehn.
Ich komme nur zu einem Schluss,
die Mörder leben unter uns.
Es kann der Nachbar, der Ehemann,
der gute Freund, ein Jeder sein,
niemand schaut in den andern hinein.
Soll das wirklich möglich sein,
dass jeder kann ein Mörder sein?
© Soso
( Ein guter Freund ist Schöffe bei Gericht)
„Die Mörder leben unter uns" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Sonja Soller, veröffentlicht am 22. Februar 2024 auf Gedichtesammlung.net.
© Sonja Soller
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2 Kommentare
Herzl. Abendgruß
Sonja