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Wo Verse und Tore fallen
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
Wann ist es an der Zeit zu gehen?
Gemessen an den vielen Jahren
fällt es so schwer oft zu verstehen.
Man musst so mancherlei erfahren,
verstehn was oftmals schien nur richtig,
wer wollt es einem übel nehmen.
So vieles, was nun null und nichtig,
worüber glaubt man sich zu schämen...
Die Schatten, die stets in der Nacht,
vermag man oftmals nur zu spüren.
Gedankenallerlei verlacht,
versucht dabei dich tief berühren.
Wann wäre es wohl endlich Zeit,
ein leise leis Lebwohl zu sagen ~
Egal dabei ob jung ob alt,
oder im Überdruss von Jahren.
Wer lenkt die seidnen Fäden dir,
an denen du bislang geführt.
Im tagtäglichem Einerlei,
das doch letztendlich gern verführt.
Auch wenn dein Tagwerk, das vollbracht,
doch wer frägt überhaupt danach,
im Schicksalsrund dich ausgelacht.
Dein Leben rät - gemach, gemach!
© Uschi Rischanek
Text/Rezitation
Music: alanajordan
Bild: pixabay
© Uschi R.
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6 Kommentare
Das sind meine Gedanken zu deinem gut verfassten Gedicht.
Liebe Grüße
Ingrid
erstmal dankeschön für deine Sicht der Dinge. Auf anderer Stelle gibt es die Möglichkeit eine Beschreibung des Autors zum Gedicht anzufügen... Ich finde die Beweggründe des Verfassers zu lesen überaus aufschlussreich und interessant. Vom sogenannten LI, dem lyrischen Ich halte ich nicht so arg viel. Meines Erachtens kommt doch alles was wir festhalten, was uns wert ist auf- und niedergeschrieben zu werden, doch aus uns heraus, aus unserem Herzen oder unserer Seele, oder wie man es auch immer bezeichnen möchte.
Vielleicht nimmt man, wenn man im Vorhinein noch Erläuterungen anfügt, was ja theoretisch auch hier unter dem Text als Eklärung des Autors ebenso möglich wäre, jedoch dem Leser die Unvoreingenommenheit und die Möglichkeit einen Text selbst und ganz für sich zu lesen, zu deuten oder sich mit ihm auseinanderzusetzen.
Über solche Kommentare wie die von Grete freue ich mich ganz besonders, denn das zeigt mir auf, das man nicht nur Geschwurbel ;-)) von sich gibt. Ist es nicht schön, wenn man den Leser auf eine Art mit nimmt ihn Denkanstöße gibt?
So wie du andernorts schreibst, bei Texten von denen man selbst voll überzeugt ist, sie würden großartig beim werten Leser ankommen und die Reaktionen darauf fallen dann eher marginal aus und andererseits bei Texten, die man zwar publiziert um sie zugänglich und lesbar zu machen, von denen man jedoch selbst gar nicht so hundertporzentig eingenommen war und die dann aber großartig reflektiert und kommentiert werden.
Das hier verfasste hat nur sekundär mit meiner Person zu tun sondern spiegelt die Situationen wieder mit denen ich täglich nunmehr konfrontiert werde. Was traurig stimmt ist die Hilflosigkeit, wie man dem allen gegenübersteht, zwar vermag man gewisse Dinge zu organisieren und in entsrpechende Wege zu leiten, doch wirklich Hilfe ist das für mich zu wenig. Früher war es ganz sicherlich anders, als die alten Menschen trotzdem zuhause im Familienverband weiter leben konnten bis ganz zuletzt. Heutzutage wird alles durchorganisiert, getaktet und protokolliert. Es geht mehr Zeit auf für das Tätigkeitsprotokoll nach jedem Einsatz, als für den Patienten tatsächlich aufgewendet werden kann....
Ein Vorwärts gibt es natürlich bis zum allerletzten Moment, ein kleiner Satz noch aus Mascha Kalékos Memento den ich in diesem Zusammenhang so überaus trefflich finde:
"Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben."
Dir liebe Grüße und einen schönen Wochenstart mit vielen kreativen Ideen!
Uschi
ist es uns vorherbestimmt wie es läuft, der Lebensweg den jeder zu bewältigen hat, auf welche Art und Weise auch immer? Wenn man schon sehr alt ist und ich meine wirklich sehr alt, wie am Beispiel meiner Tante (99), so ist es betrüblich, wenn plötzlich alle Lebensgeister, alles Wachsein und aller klarer Blick rapide zu entschwinden drohen. Ist es eine Art der Selbstaufgabe, des Nichtmehrwollens, in lichten Momenten das Bewusstwerden der eigenen Unzulänglichkeiten mag sein...
Mich schmerzt es sehr mitansehen zu müssen, den plötzlich rapiden Verfall und die Ohnmacht und Hilflosigkeit mit der man dann alledem gegenübersteht.
Vermutlich kommt es sehr darauf an, ob der Mensch selbst gläubig ist und auch von daher eine gewisse Einstellung zu dem Danach aufbringt.
Vielen Dank für dein so treffliches Erkennen und offenes Reflektieren zu meinen Graugedanken!
Liebe Grüße
Uschi
Ich glaube solche, wie du sagst GRAUGEDANKEN sollte und kann man nicht verdrängen , sie kommen versteckt doch hoch. Lb G.
G.
Liebe Grüße
G.
erlaube mir nochmals auf deinen erweiterten Kommentar einzugehen:
Ist es ein Segen, wirklich so alt zu werden? Wenn man bis vor ganz wenigen Monaten noch völlig ohne jegliche fremde Hilfe zurechtkam, sich alles selbst erledigen konnte, vom Einkaufen über die Wohnung in Ordnung zu halten, die Wohnung, in die man zum Jahreswechsel 1939/40, also vor 85!!! Jahren eingezogen ist! Sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen nunmehr hoffen zu müssen, bald einen Heimplatz zu bekommen, was schwierig ist, da man bislang erst die sog. Pflegestufe 1 bzogen hat und für Heimbetreuung mindestens Stufe 3 bis 4 erforderlich wäre...
Wie man da das Wort Würde in einem vollkommen anderen Zusammenhang betrachtet und sehen muss, ungewollt und ungeplant nach dem Oberschenkelhalsbruch der zwar repariert wurde und nun mit Schuld daran trägt, alles automatisch zu verlangsamen...
Die Idee ein Essay zu verfassen finde ich großartig. Eigenartigerweise, obwohl ich schon weit über 800 Gedichte verfasst habe, noch dazu als Spätberufene, sind ungereimte Texte, Prosa oder gar Essays fast gar nicht vertreten.
Dabei wäre man in seinem Schreiben, in der Wortwahl doch viel freier, wäre man nicht an ein Reimschema gebunden.
Die Graugedanken kommen unweigerlich, dem Betroffenen aber auch mir als Verfasser die mit diesen Dingen konfrontiert ist. Es ist so, dass der Zustand, wenn man sich dessen bewusst ist und nicht den Tag erneut mit Suchen nach Dingen verbringt, wo bei der Suche selbst schon wieder vergessen wurde, wonach man gesucht hat, die Lebensfreude einfach in den Hintergrund drängt. Ich kann ihr da nur versuchen, Trost zu spenden, sie in ganz vielen Telefonaten und Gesprächen abzulenken, an schöne Dinge zu erinnern die es doch auch gegeben hat in ihrem Leben.
Es stirbt sich nicht so einfach leicht - selbst dazu braucht es Mut durch dieses Tor zu schreiten... zumindest wenn die Eigenständigkeit einem einfach genommen wird, ohne eigenes Zutun.
Verzeih mein nochmaliges Eingehen, doch es bewegt einfach sehr und wie ich schon bei Ingrids Kommentar anfügte, Mascha Kaléko hat es so trefflich in nur einem Satz verstanden, dies alles zum Ausdruck zu bringen, ich wertschätze sie überaus.
Liebe Herzensgrüße zu dir und schönen Wochenstart gewünscht!
Uschi