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Wo Verse und Tore fallen

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25. September 2019

Meine Kindheit auf dem Dorf

Meine Kindheit auf dem Dorf


Meine Kindheit hab ich auf dem Dorf verbracht,
das hat mich geprägt, mir große Freude gemacht,
es war eine unbeschwerte herrliche Zeit,
ich habe dieses Leben niemals bereut.

Wir spielten noch draußen auf den Straßen,
Buben kickten Fußball in autofreien Gassen,
wir übten uns im sportlichen Seilspringen,
brachten mit einer Schnur Kreisel zum Schwingen.
Wir spielten Fangerles und Verstecken,
waren ziemlich schwer zu entdecken.

Auf einer Wiese flocht ich einen Blumenkranz,
schmückte mich damit beim Dorffest zum Tanz.
Am Dorfbrunnen unterm Lindenbaum wurde geplauscht,
Geschichten wurden erzählt, wir haben gelauscht.

 Neueste Dorfnachrichten haben wir vom Büttel erfahren,
ein Wochenblatt gab’s nicht in diesen Jahren,
er zog mit einer Schelle von einem Platz zum nächsten,
hat laut die Neuigkeiten verkündet im Städtchen.

Das bäuerliche Leben fand mitten im Dorf statt,
es duftete nach Heu und stank nach Misthaufen satt,
rumpelnde Wagen aus Holz mit Pferden bespannt
fuhren noch zu den Äckern über weites Land.
Einen Wecker haben wir selten gebraucht,
meistens weckte uns das Krähen des Gockels auf.

Im Dorf gab es noch zwei Schmiedewerkstätten,
sie haben den Pferden neue Hufeisen gegeben.
Es roch nach angesengtem Horn und Haaren,
gern schaute ich dem Schmied zu in diesen Jahren.

Fernsehen gab’s damals zum Glück noch nicht,
aber das Wort Langeweile kannten wir nicht.
Die Menschen unterhielten sich miteinander,
jeder lernte etwas Neues vom Anderen.
Vor den Eltern und Lehrern hatten die Kinder Respekt,
haben sich angepasst, sind nicht ständig angeeckt.

Die Leute hatten das Landleben sehr gern,
Stress und Hektik lag ihnen ganz fern,
es gab kaum Autolärm und keinen Abgasmief,
heute läuft auf der Welt einiges schief.

Ich bin dankbar für meine ruhige Vergangenheit,
das Leben hat es gut mit mir gemeint.
Es war noch eine zufriedene heile Welt,
die heute leider vielen Menschen fehlt.

Hannelore Knödler-Stojanovic, Ludwigsburg
Foto: Hannis Aquarell

© Hanni

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Ich heiße Hannelore, genannt Hanni, bin 75 Jahre 'jung', verheiratet und wohne im schönen Ludwigsburg. Meine Hobbys: malen, klassische Musik, lesen, fotografieren, Natur, Tiere, Blumen und natürlich d…

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5 Kommentare

Hanni
Hanni Autor Poet Laureat
27.09.2019
Hallo Daniela,
vielen herzlichen Dank für Dein Herzilein. Ich freu mich, daß Du meine Kindheitserinnerungen gelesen hast und daß Dir mein Gedicht gefällt.
Dir ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße Hanni
Hanni
Hanni Autor Poet Laureat
27.09.2019
Liebe lljana,
herzlichen Dank für Dein Herzchen und für Deinen Kommentar. Ich bin wirklich sehr froh, daß ich so eine einfache bescheidene und doch so glückliche Kindheit erleben durfte, so wie man heute sagt, in der guten alten Zeit. In gewissem Sinn war sie das wirklich!
Dir ein wunderschönes Wochenende und herzliche Grüße Hanni
tocoho
tocoho Barde
27.09.2019
zurück zur Einfachheit ..ja das ist es was wir menschen verloren haben. glücklich sind jene die sie hatten. danke für deine heilsamen Verse Lg :)
Hanni
Hanni Autor Poet Laureat
26.09.2019
Hallo lieber Christian,
vielen Dank für Dein Herzchen und Deinen Kommentar. Schön, daß Du meine Kindheitserinnerungen gern gelesen hast. Ja, das Landleben hab ich richtig genossen, es war eine große Bereicherung für mich. Da hab ich auch das Staunen über die herrliche Natur und alles was kreucht und fleucht gelernt.
Für Dich einen wunderschönen Tag! Freundschaftliche Grüße Hanni
Christian
Christian Meisterdichter
25.09.2019
Das nennt man gut aufwachsen.
Schönen Abend Hanni.
Chris

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