Antwort von Uschi R. 18. August 2025 @ 20:43
Liebe Grete, könnte ich hier auch für Kommentare Herzen vergeben, so bekämst du ganz viele davon. Ich freue mich doch immer so, wenn sich der Leser beginnt mit den Gedanken des Verfassers auseinanderzusetzen. Mag sein, dass wir uns mit zunehmenden Jahren möglicherweise ernsthaftiger über den Sinn und Zweck unseres Daseins befassen. Mag sein, dass es möglicherweise eine Koketterie mit den Jahren ist, die uns zurückblicken lässt auf all das was bislang geschah. Wir gehören glücklicherweise nicht der breiten Masse an, sonst würden wir nicht vermögen, unsere Gedanken in Worte zu fassen. Nur derjenige, der danach trachtet im Strom immer hübsch brav mitzuschwimmen, nicht groß aufzubegehren und immer hübsch konform zu sein in all seinem Denken und Tun, vielleicht um nicht groß anzuecken, lebt vermutlich geruhsamer und weniger aufregend. Als wachsamer Geist jedoch, als kritischer Mensch drängt es einem doch zu fragen, zu hinterfragen all die vielen Dinge für die ein ganzes Leben gar nicht ausreichen möchte. Sein Ziel oder Wünsche vor Augen zu haben, die vielleicht niemals zu erreichen sind, nun es ist wie es ist, nenne es Kismet, Schicksal, Vorbestimmung, Fügung - völlig einerlei. Nur das Nichtmehrfragen, das Abdriften in Gleichgültigkeiten ist ein Bergabfahren, die Steilküste immer weiter in Richtung Rand hinunter. Ich denke liebe Gudrun, dass sich die Wichtigkeiten, die Wertigkeiten im Leben stets wandeln und auch verschieben. Was uns in jungen Jahren eminent und bedeutend erschien, entlockt uns nunmehr ein mildes Lächeln. Vielleicht die sprichwörtliche Weisheit des Alters? Mag sein. Ich bin vom Sternzeichen her Krebs, also in der Grundeinstellung lieber zwei Schritte zurück als einer nach vor, auch von daher überemotional wenn du so möchtest. Sich am Abend noch im Spiegel betrachten zu können, mit einem milden Lächeln, darauf kommt es an denke ich.
Ich freue mich sehr, wenn meine Zeilen ein bisschen zum Nachdenken anregen, aber mache dir bitte keine allzugroßen Gedanken über das Warum. Man muss sein Leben so annehmen, die Rolle auf der großen Bühne des Lebens so füllen, wie sie einem zugedacht wurde.
Herzlich liebe Grüße und einen schönen Abend!
Uschi