Zwischen Licht und Dunkel

6. September 2024

Blättchens Übermut

Noch hängen Blätter viel am Baume,
doch manches Blatt wiegt sich im Traume,
und möchte flattern mit dem Wind,
wie ein Falter so geschwind.

Dann plötzlich über Nacht,
ist der Herbst vom Schlaf erwacht,
hat alles Grün dann übermalt,
unser Blättchen jetzt erstrahlt.

Immer stärker rauscht der Wind,
freut sich wie ein kleines Kind,
das Blättchen wird auf einmal frei,
und jubelt laut: Juchhei, juchhei!

Es wirbelt auf und wieder nieder,
wie sind die and`ren doch so bieder,
wie ein Falter kann ich fliegen,
niemand wird mich jetzt mehr kriegen.

Erschöpft taumelt das Blatt zu Boden,
landet auf den Gräsersoden,
liegt nun auf dem grünen Gras,
verwelkt allmählich und wird blass.

Bevor des Blättchens Licht erlischt,
es leise dann noch zu sich spricht:
wie schön war doch die Zeit,
als ich hing an Baumes Zweig.


Grassoden: ausgestochenes Grasstück

 

 

„Blättchens Übermut" ist ein Gedicht aus der Kategorie Herbst von pally66, veröffentlicht am 6. September 2024 auf Gedichtesammlung.net.

© pally66

Sammlung 112 Aufrufe
pally66 Herbst 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

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