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Wo Verse und Tore fallen

USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026

23. Februar 2020

Stiefkind


Oft denk ich an die Zeit zurück,
als ich ein kleiner Junge war,
so vielerlei hat mich bedrückt,
erscheint mir heut noch unfassbar.

Der Stiefvater hat mich gehasst,
ständig auf mich eingeschlagen,
ich war für ihn nur eine Last,
wie ein fünftes Rad am Wagen.

Seine Kinder durften spielen,
für mich war Arbeit angesagt,
aufräumen, Geschirr abspülen,
ich wurde hin und her gejagt.

Zur Mutter bin ich oft gerannt,
bat um Hilfe unter Tränen,
sie hat mich Heulsuse genannt,
versperrte mir das Anlehnen.

Bis endlich meine Oma kam,
und mir in Ruhe zuhörte,
mich tröstend in die Arme nahm,
schnellste Abhilfe mir schwörte.

Vieles hat sich dann gebessert,
ich durfte leben wie ein Kind,
war auch auf einmal etwas Wert,
spürte – wie “gute Eltern“ sind.

Meiner Oma muss ich danken,
sie war die beste Frau der Welt,
zeigte Wege und auch Schranken,
und wusste wie man Eltern schellt.

Jetzt bin ich fast ein alter Greis,
find mein Leben angemessen,
doch manche Träne kullert leis´,
um die Kindheit zu vergessen.

© Horst Rehmann

© Rehmann

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Rehmann Erinnerungen & Nostalgie 17 Kommentare

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17 Kommentare

Christian
Christian Meisterdichter
24.02.2020
Das Herz von mir bekommst Du aus Mitleid,du armer Horst.
pally66
pally66 Poet Laureat
24.02.2020
Hallo Horst, Dein Gedicht hat mich doch sehr ergriffen. Gut, wenn man sich dann in solchen Fällen zu einer vertrauten Person flüchten kann. Gott sei Dank betraf mich dieses Schicksal nie. Allerdings mussten meine Eltern arbeiten. Demzufolge war Oma auch für mich fünf Tage in der Woche die Anlaufstelle. Auch heutzutage sind Omas, wahrscheinlich aufgrund ihrer Erfahrung und Gelassenheit, immer noch Streitschlichter zwischen Eltern und Kindern. Wobei ich nicht sagen möchte, dass Großeltern bei ihren Enkeln immer alles durchgehen lassen!! Schönen Tag, pally
Rehmann
Antwort an pally66
Rehmann Autor
24.02.2020
Meine Kindheit, ab dem Zeitpunkt, als mein Stiefvater ins Haus kam, wünsche ich niemandem !
LG
H. Rehmann
Christian
Christian Meisterdichter
24.02.2020
Überstanden ja,doch nix gelernt.
Ich zitiere: Heute bräuchten die Kinder öfter mal einen hinter die Löffel.Deine Worte Horst.
Alaaf
Flotte Feder
Flotte Feder Barde
24.02.2020
Vielen Dank für das sehr persönliche Gedicht, Horst.
...schlimm, wenn leibliche Eltern oder Stiefeltern ihre Wut an Kindern, die sich in der Regel nicht wehren können, abreagieren...
Meistens haben sie als Kinder selbst schlimme Erfahrungen gemacht und sind wütend, dass sie als Kinder keine Liebe erfahren durften.
Allerdings ist es keine Lösung, diese Wut als Erwachsene an Kindern auszulassen.
Und dann habe ich mir den kleinen Horst vorgestellt, der bei seiner Mutter Schutz suchen wollte, aber statt Liebe nur Zurückweisung erfahren hat.
Das muss mehr als bitter gewesen sein.
Welche Auswirkungen das auf die Kinder hat, selbst wenn diese nicht mehr im Kindesalter sind, hast du auch beschrieben.
Es sind irgendwie Wunden, die immer wieder aufplatzen, wenn sie nicht richtig geheilt sind und der Schmerz immer nur verdrängt wird.
Aber doch welch ein Glück, dass es noch die Oma gab. Das war wohl die Rettung.
Andere Kinder hätten sich vielleicht nicht zu helfen gewusst und wären vielleicht endgültig zerbrochen oder aggressiv geworden.
Mein Kompliment für die Lösung einer fast auswegslosen Lage.
Liebe Grüße von Daniela
Rehmann
Antwort an Flotte Feder
Rehmann Autor
24.02.2020
Danke Daniela,
es war eine harte Zeit, aber ich habe sie überstanden !
LG
H. Rehmann
Christian
Christian Meisterdichter
23.02.2020
Horst ich habe gesagt,dass du deinem Stiefvater besser mal eine geballert hättest.
Da ich nicht chinesisch spreche,sage ich jetzt mal ganz deutlich..Wer Kinder schlägt,dem poliere ich eigenhändig die Fresse.
Da kann man mich beim Wort nehmen.
Ewald Patz
Ewald Patz Dichterlegende
23.02.2020
Horst mein Herz bezieht sich nur auf deine Dichtkunst, nicht auf deine Jugend.
LG
Ewald
Rehmann
Antwort an Ewald Patz
Rehmann Autor
23.02.2020
Danke Ewald !
LG
H. Rehmann
Ewald Patz
Ewald Patz Dichterlegende
23.02.2020
Ich hatte auch einen Stiefvater, der schlug mit dem Lederriemen.
Was es heute zu wenig gibt, haben wir zu viel bekommen
LG
Ewald
Rehmann
Antwort an Ewald Patz
Rehmann Autor
23.02.2020
Genau - und als Kind hat man keine Chance sich zu wehren. Aber ich gebe Dir recht, heute bräuchten die Kinder öffter mal einen hinter die Löffel !
LG
H. Rehmann
Christian
Antwort an Ewald Patz
23.02.2020
Hättest ihm auch besser mal eine geballert.Wie du mir,so ich dir.
Diese Leute verstehen keine andere Sprache,nur ihre,also kasalla,ist so,leider.
Rehmann
Rehmann Autor Poet Laureat
23.02.2020
Meine Kindheit, von dem Tag an, als mein Stiefvater ins Haus kam, wünsche ich keinem !
LG
H. Rehmann
Christian
Antwort an Rehmann
23.02.2020
Hatte selbst eine oftmals nicht liebe Stiefmutter,hab es meinem Vater gesagt und der hat Sie zusammen gestaucht.Als das noch immer nicht gereicht hat,habe ich ihr mit 12 eine getäfelt und von da an war Ruh.
Mein Vater war der Beste.
Christian
Antwort an Rehmann
23.02.2020
Hat sogar mitgemacht,die Gute.
Bei der Mutter,braucht man keine Feinde.
Traurig für dich und traurig für deine Oma,die so eine Tochter hatte.
Christian
Antwort an Rehmann
23.02.2020
Falsche Antwort Horst.
Deine Mutter hat es geduldet,finde ich.
Also sei sauer auf Sie,er war ihr Mann.
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
23.02.2020
Horst, gut dass es die Großmutter gab, die dir beigestanden hat. Es geht sicher vielen Kindern so. Sie werden ausgenutzt und nicht geliebt. Mutig, dass du darüber schreibst. Dafür ein Herz von mir. LG

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