23. September 2012

Suleika

Ihre Schönheit war hinter Schleier verhüllt,
Ali, dem Cousin, versprochen mit zehn,
doch wahre Liebe sie nun erfüllt,
um mit John durchs Leben zu gehen.

Er hatte sie aus dem Dunkel befreit,
Suleika ist heute seine Sonnen- Eileen,
sie war für ihre neue Freiheit bereit,
um finsterstem Mittelalter zu entfliehen.

John zeigte ihr wie Freiheit schmeckt,
er fand sie damals auf seinem Boot,
sie hielt sich vor ihren Brüdern versteckt
und weinte schrecklich in ihrer Not.

Doch so durften sie Suleika nicht kriegen,
wollte hier frei und modern leben,
sollte mit Clan nach Istanbul fliegen,
um Ali das verhasste Jawort zu geben.

Ihre Familien lebten Ur-strenge Sitten,
ohne Liebe sollte sie es vermehren,
jene erhörten kein Klagen, kein Bitten,
nur durch Flucht konnte sie sich wehren.

John nahm Suleika mit aufs Meer hinaus,
sie verliebten sich sofort wie im Märchen,
er brachte sie erst mal in ein Frauenhaus,
um später, ohne Angst, zu leben als Pärchen.

Denn falscher Stolz öffnet die Höllenpforte,
ihre Eltern und Brüder wären dazu bereit,
es gab schon zu viele Ehrenmorde,
heute noch, welch sinnloses Leid.

„Suleika" ist ein Gedicht aus der Kategorie Allgemein über die Hoffnung von Karsten Herrmann, veröffentlicht am 23. September 2012 auf Gedichtesammlung.net.

© Karsten Herrmann

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Karsten Herrmann Allgemein über die Hoffnung 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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