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Voriges Ein Lächeln Nächstes Du bist ein Gedicht

Zu Haus

Drohend steht die Haustür da,

mit Kranz seit Jahren immer gleich.

Hinter ihr da liegt Gefahr,

die Wände wirken kalt und bleich.

Hoff dass keiner mich jetzt sieht,

hoff dass keiner ist daheim,

ich bin jetzt im Feindgebiet,

will doch nur woanders sein.

Muss die Nächte hier verbringen,

ungewollt und stets von vorn.

Ich kann es einfach nicht bezwingen,

in dem Haus bin ich gebor‘n.

 

Tote werden dort lebendig,

Lebende sind plötzlich tot,

Kenn es in- und außenwändig,

das Haus der Kindheit und der Not.

Längst vergess’ne, dumpfe Schmerzen,

tauchen hoch aus dunklen Tiefen,

nie gelang‘s sie auszumerzen,

wie sie da geduldig schliefen.

Dass es sie gab, durft‘ ich nicht spüren,

denn ich hätt sie nicht ertragen,

nun endlich dürfen sie sich rühren,

langsam sich ins Helle wagen.

 

Was dort geschah in diesem Haus,

wurde niemals wirklich klar,

was den Schmerzen ging voraus,

bleibt für immer unsagbar.

Unerkannt will ich doch sein,

lauf mit gesenktem Blick zur Tür,

einmal bin ich groß, mal klein,

immer will ich weg von hier.

Raus aus den altbekannten Räumen,

weg mit den Zwängen, mit der Enge,

muss es immer wieder träumen,

jede Nacht die gleichen Gänge.

 

Das Haus in mir, ich bin das Haus,

deswegen kann ich niemals fliehen,

was in mir ist, kann nicht heraus,

unmöglich ist das Weiterziehen.

Gefangene in diesen Wänden,

jede Nacht und immer fort,

wann wird der Albtraum jemals enden,

wann kann ich weg von diesem Ort?

Ein Ort der Scham, der blinden Wut,

voll Hass und Ungerechtigkeit,

Erniedrigungen bis aufs Blut,

voll tiefer Trauer, Einsamkeit.

Wahrscheinlich werd‘ ich nie entkommen,

am Ende bleib ich immer da,

das Haus, das hab ich mitgenommen,

der Albtraum ist in mir und wahr.

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4 KOMMENTARE



23. November 2019 @ 21:41

Die meisten Eltern bringen ihre Kinder in Ganztags Kitas
Dann gehen die meisten Kinder in
Ganztags Schulen
Rein rechnerisch sehen also Eltern ihre Kinder theoretisch ca.5std pro Tag und das ca 10 Jahre lang.Und da wird hier gefragt warum sowas passieren tut?
Na weil viele Kinder wegen der Arbeit ihrer Eltern von anderen erzogen werden und ihr Essen bekommen.Schöne neue Welt ne?
Guts Nächtle


23. November 2019 @ 10:46

Liebe Ronja,
Du hast es geschafft, mit Deinem ganz großartigen Gedicht mein Herz tief zu bewegen, es ist ein Hilfeschrei Deiner Seele. Aus jedem Wort spricht, daß Du eine sehr traurige lieblose Kindheit erlebt hast. Was sind das für Eltern, die ihren Kindern keine Liebe geben können. Ohne Zuwendung und Liebe ist der Mensch nichts und schwer gestört in seiner Entwicklung. Ich wünsche Dir sehr viel Kraft und daß Dir Menschen begegnen, die Dir viel Liebe schenken.
Einen schönen Tag und liebe Grüße Hanni


23. November 2019 @ 00:05

Ronja, deine Zeilen haben mich tief bewegt.
Wünsche dir alles Gute.


23. November 2019 @ 09:50

...mich auch...
Ich frage mich, warum Eltern ihren Kindern kein liebevolles Zuhause schenken können.
Was hatten sie für eine Kindheit.
Und was wird mit den Kindern, die eine solche Kindheit erlebt haben, die nicht aus ihrem Zuhause fliehen konnten, weil sie als Kinder abhängig von ihren Eltern sind.
Zerbrechen sie an den Verhältnissen, werden sie emotionale Eisblöcke oder aufopfernde Liebende?
Werden sie ihren Partnern und Kindern die Liebe geben können, die sie so vermisst haben?
Ich wünsche all diesen Kindern, dass es ihnen gelingen möge, ihren Weg der Liebe zu gehen und den Kreislauf von Lieblosigkeit und Liebesbedürftigkeit zu durchbrechen.
Alles Liebe Daniela



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