Die Schönheit unserer Sprache in Versen

Tag der deutschen Sprache

6. Januar 2011

Vergeßt mich nicht ..!

Vergeßt mich nicht ...!

*
Hinaus zum Kriege muß ich ziehen;
man sagte mir, zum Heil der Welt.
Soll tapfer kämpfen und nie fliehen,
selbst wenn allein´ auf mich gestellt.
*
Ehr´ sei´s, für´s Vaterland zu sterben,
in einer Sache, welch´ gerecht.
Die Heimat soll niemals verderben;
den Uns´ren niemals gehen schlecht .
*
Ich bin bereit, dafür zu kämpfen
und sei es auch mein eig´ner Tod.
Gar nichts soll diesen Willen dämpfen;
nicht im Siege nicht in der Not.
*
Der Tag ist da mein Herz ist bange;
der Abschied von den Lieben schwer.
Flehende Bitten : „Bleib´ nicht lange !“
Wie Traum dünkt mich dies allzusehr ...
*
„Wie lang´ auch immer es mag dauern,
ihr Lieben seid mein Augenlicht.
Komm´ ich nicht mehr, sollt ihr nicht trauern;
- ich bitt´ euch nur, vergeßt mich nicht !“
*
Gefahr, - zum erstenmal im Leben-
erleb´ ich Allerorten nun.
Nichts will mehr Sicherheit mir geben;
- selbst nachts kann nicht in Frieden ruh´n.
*
`Vergeßt mich nicht, oh ihr Zuhause,
in dieser meiner schlimmen Zeit.
In jeder kurzen Feuerpause
mein Geist für euch nur ist bereit.´
*
Rundum prasselt des Feindes Feuer;
- mein Leben nun in fremder Hand.
Ich denk´, an was mir lieb und teuer,
- weit von Daheim in fremdem Land...
*
Mein´ Angst nun überwieget den Mut,
doch werd´ ich sie niemals zeigen.
Stattdess´ ich kämpf´in unechter Wut;
- gefangen im teuflisch´ Reigen...
*
Ich dräng´ mich vor in vorderste Reih´
und wüte wie ein Berserker.
Doch meine Seele wird so nicht frei;
- die Furcht, - sie ist einfach stärker ... !
*
Ich acht´ auf meine Deckung nicht mehr;
-will so die Angst überwinden.
Zu nah´ ich schon am feindlichen Heer;
- werd´ nicht den Rückweg mehr finden...!
*
Ein schwerer Schlag zu Boden mich zwingt;
ich weiß, ich wurde getroffen.
Die Welt um mich im Dunkel versinkt ;
- was nunmehr kann ich erhoffen...?
*
Ich erwach´ im grellen Sonnenschein
und erkenn´, daß ich alleine.
Wo mögen die Kameraden sein..?
Voll Schmerzen und Wut ich weine ...
*
Die Glieder kann ich nicht bewegen;
- es schwindet mir das Augenlicht.
Wer gibt mir jetzt den letzten Segen..?
- - Mein Gott, - - mein Gott,...vergeßt mich nicht ...! !
*

(c) groschbmich

„Vergeßt mich nicht ..!" ist ein Gedicht aus der Kategorie Allgemein über Trauer und Co. von Gast, veröffentlicht am 6. Januar 2011 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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Gast Allgemein über Trauer und Co. 0 Kommentare ~3 Min. Lesezeit
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