Angst



13. August 1961

Frühstück in Saint Raphael

Blick auf´s Meer - direkt am Strand

Vater eilt von draußen her

Die Le Monde in der Hand

 

Sein Gesicht ist sorgenvoll

Dabei ist es Sonntag heut

Was verursacht ihm jetzt Groll

Eben war er noch erfreut

 

Sonntag, 13. August

Schlagzeilen in fremder Sprache

Hierbei wird uns schnell bewusst

Hochbrisant ist diese Sache

 

Eine Mauer trennt Berlin

Von nun an in Ost und West

Wir wollen nach Hause zieh´n

Nichts und Niemand hält uns fest

 

Mutter ist so fern von hier

Angst verbreitet sich im Raum

Sehnsucht treibt uns heim zu ihr

Cote d´Azur - nun aus der Traum

 

Wie mag es den Menschen gehen

Die dem Schicksal über Nacht

Machtlos gegenüber stehen

Mund- und seelentot gemacht

 

Ach bin ich im Herzen froh

Diesseits dieser kalten Mauer

Und nicht östlich anderswo

Geh´n zu müssen auf die Dauer

Gelesen: 47   
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AUTOR:

Ich lebe in Franken und stöbere auch gerne in Gedichten und Geschichten anderer Autoren herum.
Schreiben, malen, lesen, Musik, die Natur und einige gute Freunde.... das ist das, was ich mag.


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3 KOMMENTARE



01. August 2018 @ 21:17

Gut, daß Du auf der Westseite der Mauer warst...
Ich heule der DDR (Drei Doofe regieren, sagten wir immer heimlich) jedenfalls keine
einzige Träne nach, wie so manche ewig Gestrige, die nie den Knüppel der Staatsmacht spürten. Im Jahr des Mauerbaus geboren, auf Ostseite...was erzähle ich...Einen
Teil von dem Danach hab ich ja aufgeschrieben und auf meiner HP unter - Bis an die Grenze - stehn. Hausieren geh ich damit nicht. Wen es interessiert, der kann es nachlesen.
Dein Schnipsel Zeitgeschichte hat jedenfalls einiges an Erinnerungen hochgeholt, Ingrid.
(ist kein Vorwurf)

Sei gegrüßt

(Mache mich einstweilen für ein paar Tage hier rar. Habe jetzt zwei Wochen Urlaub, werde vielleicht ein bisschen was schreiben - oder auch nicht - jedenfalls ausruhen)




01. August 2018 @ 22:23

Ja, Ralph-- diesen eindrucksvollen Moment werde ich wohl nie vergessen, Ich war noch sehr jung, hatte einen Tag zuvor meinen großen Schwarm Alain Delon in der Eisdiele gesehen und in meine Hochstimmung kam dann die Nachricht aus Berlin.
Die Grenzgeschichte habe ich schon einige Male gelesen - wie so etliches auf Deiner HP.
Genieße die Zeit, die Du vor Dir hast. Bis bald mal wieder hier.
Grüß mir auch den Kakadu. Kommt gut in die Nacht. Tschüss Ingrid


02. August 2018 @ 21:44

Ein trauriges Gedicht und ein Stück Zeitgeschichte. Viele Menschen wurden getrennt durch die Mauer.
Du erinnerst mit deinem Gedicht daran. LG


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