Rauschend türmt sich Well‘ an Welle.
Sturmgepeitschte Möwen schrein.
Donnerwolken, wo ‘s einst helle.
Erste Blitze schlagen ein.
Schutz sucht sich des Menschen Habe.
Jeder Hafen ein Versteck.
Daß das Meer nicht wird zum Grabe,
heißt es jetzt: All hands on deck.
In den Wanten die Matrosen
hangeln sich zum Mast empor.
Ihre ölgetränkten Hosen,
deuten an den Shantychor.
Doch zum Singen ist beileibe
niemand hier grad aufgelegt.
Auch die Lust nach einem Weibe
hat das Wetter weggeweht.
Kiefern beugen sich zum Lande.
Jede Lüge ausgeträumt.
Schilfgras hält sich fest im Sande.
Fortfliegt, was den Halt versäumt.
Wer weiß, wieviel Kilometer
sich das Unheil einverleibt.
Der Mensch neigt sich vor dem Täter,
hofft, daß noch was übrig bleibt.
Doch so schnell, wie es gekommen,
ist vorüber oft der Spuk.
Die Natur steht auf, benommen.
Wer vorsorgte, gilt als klug.
Denn wer denkt, er sei der Stärkste,
hat von vornherein verspielt.
Jedem droht einmal das Ärgste,
ganz gleich, ob Fortuna schielt.
(2011)
„Sturm am Meer" ist ein Gedicht aus der Kategorie Natur von WFHeiko Thiele, veröffentlicht am 9. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© WFHeiko Thiele
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1 Kommentar
Das Bild oben, die Melodie und auch der Gesang ist dagegen durch eine KI erstellt.