Zwischen Licht und Dunkel

4. Januar 2014

Die teuflisch wilde Anna


 
Die teuflisch wilde Anna fegte übers Land,
ihre feurigen Augen schickten Blitze,
als stürmische Hexe war sie wohlbekannt,
 sofort brannte eine Kirchturmspitze.
 
Es war der höchste Punkt in ihrer Nähe,
sie drehte sich tanzend, krächzte im Tosen,
schüttelte sich wie eine schwarze Krähe
und entfachte wirbelnde Windhosen.
 
Jahrhundertalt starke Eichen fielen,
aus ihren spitzen Nägeln wurden Krallen,
sie liebt es mit ihrer ruchlosen Macht zu spielen
und freut sich wenn Schreie hallen.
 
Aus ihren Zöpfen wurden Peitschen,
das Höllenschwarz schimmerte in ihrem Wahn,
atemraubend legte sie ab ihr letztes Kleidchen,
diese wilde Furie kannte keine Scham.
 
Doch dann verlor sie ihre Kraft im Nu,
menschlicher Engelszauber griff sie im Wind,
drückte ihre stürmischen Feueraugen zu,
damit sie nicht noch mehr Leid
ins neue Jahr bringt.


„Die teuflisch wilde Anna" ist ein Gedicht aus der Kategorie Natur von Karsten Herrmann, veröffentlicht am 4. Januar 2014 auf Gedichtesammlung.net.

© Karsten Herrmann

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Karsten Herrmann Natur 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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