Die Schönheit unserer Sprache in Versen

Tag der deutschen Sprache

16. August 2026

Disco

Die Nacht – ein schwarzes Schachbrett,
auf dem Lichter wie Könige tanzen
und Menschen wie Bauern
Zug um Zug geopfert werden.
Die Musik hämmert,
als wollte sie das Denken erschlagen,
und jeder Schlag des Basses
ist ein Takt im Metronom der Vergänglichkeit.

Und irgendwo zwischen Rauch und Licht
haucht Donna Summer „Love to Love You, Baby“ –
ein flirrendes Versprechen aus Klang,
so sinnlich wie künstlich,
ein Augenblick von Schönheit,
der im nächsten Bassschlag verglüht.

Doch hinter der Maske aus Schminke
wohnt nicht die Seele,
nur das Echo eines Marktes,
der Körper wie Ware preist.
Am Tresen verschluckt der Alkohol
die letzten Reste von Wahrheit,
verwandelt Sehnsucht in Münzen
und Münzen in leere Gläser.

So taumeln wir in einem Reich der Schatten,
wo Nähe bloß Reflex ist
und Liebe ein Tauschgeschäft.
Die Disco – ein Mikrokosmos,
der das Antlitz der Welt enthüllt:
grell, laut, verführerisch
und doch leer wie ein erkalteter Stern.

Am Morgen bleibt nichts
als die Asche des Rausches,
ein beraubtes Portemonnaie
und ein Körper, der fragt,
wohin die Seele in der Nacht verschwunden ist.

Und ich erkenne:
Die Disco ist kein Ort,
sondern ein Spiegel des Menschen –
ein Tanz auf der Kante des Nichts,
ein Ritual der Vergänglichkeit,
bei dem wir uns selbst verlieren.

„Disco" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 16. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Max Vödisch

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Max Vödisch Sonstige Gedichte 6 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
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6 Kommentare

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
18.08.2026
Hallo Max, ich weiß nicht woran es leigt, aber ich kann dein letztes Geducht nicht lesen. Da gibt es eine Fehlermeldung. auf der Seite. LG Gudun
Max Vödisch
Antwort an Gudrun Nagel-Wiemer
Max Vödisch Autor
18.08.2026
Hallo Gudrun,

wenn Du den Zyklus – „Nächte, die bleiben" meinst, der funktioniert hier wirklich nicht. Dieser Zyklus besteht das 11 Gedichte. Vielleich ist die Speicherkapazität nicht vorhanden. Ich habe diesen Zyklus u.a. auch auf e-Stories veröffentlicht. 1. Einlass – Ich bin ja bekannt
2. Außenseiter – Die kühle Welt
3. Rausch I – Im Tempel des Rauschlichtes
4. Rausch II – Disco-Terror
5. Begegnung – Der falsche Abend
6. Gefahr – Ich bin keine Leiche
7. Verführung – Eros-Bar
8. Ernüchterung – Wieder ein verlorener Tag
9. Rückblick I – Asche im Neonlicht
10. Rückblick II – Disco
11. Morgen danach – Sonntagmorgen

Liebe Grüße
Max
Uschi R.
Uschi R. Meisterdichter
16.08.2026
War nicht früher vieles ganz anders... oder reden wir es uns nunmehr nur ein?

LG Uschi
Max Vödisch
Antwort an Uschi R.
Max Vödisch Autor
16.08.2026
Hallo Uschi,

eine interessante Frage – wahrscheinlich ist es ein bisschen von beidem. Früher war vieles tatsächlich anders, aber mit zunehmendem Abstand verklären wir manches sicher auch. Vielleicht bleiben gerade die schönen und schmerzlichen Momente stärker im Gedächtnis als der graue Alltag dazwischen.

Liebe Grüße
Max
Max Vödisch
Max Vödisch Autor Dichter
16.08.2026
Hallo G.,

mir ist es in meiner Jugend trotzdem oft genug passiert. ?

Liebe Grüße
Max
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
16.08.2026
... wer das erkennt , dem kann nichts passieren
G.

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