27. Juni 2015

Mein Arbeitsplatz

In aller Früh marschier ich froh, gleich nach dem Frühstück ins Büro, die Sonne strahlt schon voll herein, ich schalte den Computer ein. Bevor der Bildschirm sich erhellt, und laut und schrill das Handy schellt, bleib ich am Schreibtisch einfach steh´n, um schnell den Postberg durchzuseh´n. Mit Genuss trink ich ´ne Brause, gönne mir ´ne kurze Pause, dann fang ich mit Schreiben an, und zieh den Sessel näher ran. ´Ne Stunde, ganz exakt und stur, betatsch ich wild die Tastatur, doch plötzlich ist mein Kopf ganz leer, aus und vorbei, ich kann nicht mehr. Ich spür´s genau, ich brauch jetzt Ruh, sonst fallen mir die Augen zu, und während ich den Kopf verrenk, schmerzt plötzlich mir das Handgelenk. Unbedingt muss ich es kühlen, nicht nur in den Akten wühlen, es wird heut auch nicht aufgeräumt, den Zeitpunkt hab ich eh versäumt. Malocht hab ich ganz ohne Zwang, vier Mal, ´ne viertel Stunde lang, die Schreiberei hat mich geschafft, ich stehe auf, mit letzter Kraft. Mein Arbeitsplatz, so sieht er aus, ich schließ die Tür und geh nach Haus. Faule Sau, schreit nun der Kritiker, doch ich schaff mehr - als manch Politiker. © Horst Rehmann

„Mein Arbeitsplatz" ist ein Gedicht aus der Kategorie Lustige Gedichte von Rehmann, veröffentlicht am 27. Juni 2015 auf Gedichtesammlung.net.

© Rehmann

Sammlung 71 Aufrufe
Rehmann Lustige Gedichte 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

Kommentare

Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

In der Früh, so gegen acht, wurde ein Päckchen mir gebracht, was kann es sein, hab ich gedacht, und es hat Freud in mir …

Gedicht lesen
Meist gelesen · Lustige Gedichte
Aktiv in · Lustige Gedichte