Abschied



Im Taxi mit Madelaine



Dies ist ihre letzte Fahrt,
mit zweiundneunzig Jahren,
der Taxifahrer wird sie gleich,
in ihr neues Zuhause fahren.

Sie ist jetzt überall gewesen,
hat sich alles angesehen.
Sie möchte auf der Fahrt, ins Heim,
noch einmal ihr Geburtshaus sehen.

Dort, wo sie einst gewohnt hat,
steht jetzt ein Bürogebäude.
"Hier haben wir einmal gelebt,"
sagt sie traurig, ohne Freude.

"Was ist damals passiert?,
möchte der Taxifahrer wissen.
Sie zögert mit ihrer Antwort,
ist scheinbar hin- und hergerissen.

"Na, kommen sie Madelaine",
im Rückspiel sieht er ihr Gesicht.
Sie scheint ganz in Gedanken,
sprechen möchte sie noch nicht.

Plötzlich bricht es aus ihr heraus:
"Mein Mann war beim Militär.
Er machte mir und meinem Kind,
das Leben wirklich schwer.

Er war sehr oft betrunken,
und hat dann zugeschlagen.
Der Alltag war die Hölle,
ich konnte es nicht ertragen."

Der Taxifahrer ist tief berührt.
Die Geschichte geht ans Herz.
"Fahren sie mich ins Altenheim."
In ihren Gesicht sieht er den Schmerz.

Erzählung nach dem gleichnamigen Film

 

Gelesen: 96   
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AUTOR:

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 1200 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, über Urlaubserinnerungen und hoffe mit Denkanstößen wachrütteln zu können. Wer die Geschichte von Eduard verfolgen möchte, ist hier genau richtig. Inzwischen umfasst die Geschichte 50 Teile. Ein lustiger Roman in Gedichtform.
Wenn ihr etwas tiefer in meine Welt eintauchen möchtet, besucht mich auf meiner Homepage.
Meine Homepage:
http://gudruns-aquarell-galerie.beepworld.de


Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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4 KOMMENTARE



22. Juli 2025 @ 15:04

... du machst mich neugierig liebe Gudrun, ich versuche in der Mediathek den Film zu finden. Danke
Lb. G
G.


23. Juli 2025 @ 09:19

Der Film hat mich nachhaltig beeindruckt, liebe Grete. Bin gespannt, wie er dir gefällt. LG Gudrun


22. Juli 2025 @ 13:33

Schön, liebe Gudrun, dass du den Film hier einfühlsam erzählst. Ich hab ihn auch gesehn.
LG Ingrud


23. Juli 2025 @ 09:22

Die Lebensgeschichte der alten Dame war für die damalige Zeit sicher nicht selten, hat mir aber auch aufgezeigt, wie gut wir es heute haben. Die Madlelaine hat ja später noch lange für die Frauenrechte gekämpft. LG Gudrun



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