Ach, was für ein schöner Morgen,
ich fühle mich im Bett geborgen.
Damit ich wach werde, da strecke
ich mich unter meiner Decke.
Ich weiß ja, dass der Muttertag,
für uns kaum noch Bedeutung hat,
wir opfern unsere Kraft und Zeit,
mit einer Selbstverständlichkeit.
Ich suche mir was zum Anziehen raus,
vielleicht führt mich mein Gatte aus.
Das helle Kleid, mit dem Spitzenkragen,
- habe ich lange nicht getragen.
Im Bad bemühe mich um Klarheit,
meist sagt der Spiegel ja die Wahrheit...
Bevor ich in Depressionen versinke,
greife ich ins Töpfchen, mit der Schminke.
Noch einmal in den Spiegel schauen,
betone noch die Augenbrauen,
bin zufrieden, mit dem was ich sehe,
wird Zeit, dass ich zum Schuhschrank gehe.
Ich schlüpfe in die neuen Braunen,
da wird der Gatte aber staunen.
Obwohl sie hier schon lange stehen,
hat er sie noch nie gesehen.
Seine trüben Augen werden groß.
„Was ist denn heute Morgen los?“
Nach diesem unverhofften Gag,
legt er sogar die Zeitung weg.
„Die Sonne scheint und es ist trocken,
heute fahren wir Zwei Richtung Brocken.
Ich möchte gern in Torfhaus essen,
für Muttertag, gerade angemessen.“

