Worte, die bleiben

Zum stillen Gedenken

18. September 2025

Am Ufer

Am Ufer

Die weichen Locken

fielen goldglänzend,

samtig weich

über seine Schultern.

Er erschrak, als ich näher kam.

Mit traurigen Augen

blickte er unsicher um sich ...

Alles hatte sich verändert

seit damals,

als er mit Lucas Cranach

und Willibald Pirckheimer

hier am Pegnitzufer saß

- Schafskäse und Wein im Korb -

malend; philosophierend;

heiter, weinselig ...

Blumen wiegten sich bunt

mit den Gräsern im Wind.

Hasen huschten durch die Auen.

*

Unsere Blicke trafen sich.

Er lächelte scheu in den Fluss

- der sprudelte noch -

aber anders.

Bedächtig griff er zum Zeichenblock,

den er unter seinem Mantel hervor hob

und begann, mich zu malen ...

*

Das war gestern -

und heute besuche ich ihn,

den großen Meister Dürer.

Grab Nr. 649 Johannisfriedhof Nürnberg

                        -----

Text und Foto (C) Ingrid Bezold

„Am Ufer" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gedichte Träume & Gedanken von Gast, veröffentlicht am 18. September 2025 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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3 Kommentare

Gast
Gast Autor
19.09.2025
Gudrun und Uschi , danke für eure Herzchen.
LG Ingrud
Gast
Gast Autor
19.09.2025
Danke, Grete.
Schönes Wochenende!
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
18.09.2025
... eine schöne Hommage , gefällt mir-.
G.

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