Winter



Welch ein Duft



Welch Duft zieht heut Abend durch unsere Stuben
und lockt uns Mädchen an und Buben?
Schnuppernd schleichen wir durchs Haus
und fragen unsre Mutter aus.

Im Kachelofen brutzeln zum Advent,
die Äpfel, die wohl jeder kennt.
Gefüllt mit Nüssen und Rosinen,
mit Rum und Honig von den Bienen,
mit selbst gekochtem Kirschgelee,
ich schau´ sie mir an, ganz aus der Näh´.

Ein wenig hat die Form gelitten.
Ein großes Loch ist in der Mitten,
dort liegen die Leckereien verborgen,
und auch die Nüsse, die ich musste besorgen.

Die Farbe der Äpfel ist verblichen,
ein Braunton hat sich eingeschlichen.
Die Festigkeit, sie ging verloren,
weil sie schon eine Stunde schmoren.

Die Bratzeit ist auch längst schon um,
es riecht nach Apfel und nach Rum.
Als Mutter holt die Schälchen raus,
da zieht ein Raunen durch das Haus.

Der Duft eignet sich zum Verführen,
überall öffnen sich die Türen.
Selbst Vater, der um Ruh´ gebeten,
will sich „die Füße mal vertreten“.

Es riecht adventlich, fruchtig, frisch
und zieht uns alle an den Tisch.
Da braucht nicht mal `ne Glocke schellen,
da sind wir von den „Superschnellen“.
Es könnt´ ja nicht für alle reichen,
wer will da für den andren weichen?

Das allgemeine Schweigen bricht,
als Oberhaupt der Vater spricht:
„Der leckerste Apfel vom ganzen Jahr“,
und streicht der Mutter übers Haar.
Zufrieden schaut sie in die Runde,
und genießt die Abendstunde.

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AUTOR:

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 350 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, über Urlaubserinnerungen und hoffe mit Denkanstößen aufrütteln zu können. Wenn ihr etwas tiefer in meine Welt eintauchen möchtet, besucht mich auf meiner Homepage.



Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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