14. September 2026

Die verborgenen Äste

Ich hatte fest daran geglaubt,
das Erlebte sei alles gewesen…

Als hätte mein Leben
seine Blätter leise fallen lassen…

Nebelgraue Tage
zogen an mir vorbei…

Wenn die Nacht kam,
blieb nur die Stille
neben mir.

Doch dann
beginnt das Grau
in mir zu weichen…

Ein Hauch deines Duftes
weckt ein Verlangen,
das ich längst begraben glaubte…

In deiner Nähe
kehrt eine Sehnsucht zurück…

nach Geborgenheit…
längst hatte ich vergessen,
wie sehr sie mir fehlte…

Der Baum verliert
seine Blätter nicht aus Trauer…

Er lässt sie gehen,
damit das Licht
auch die verborgenen Äste findet.

Und du hast mir nichts gegeben,
was nicht längst in mir war…

Dein Leuchten
zeichnete jene Wege in mir nach,
die ich längst
verloren glaubte…

Du kamst nicht wie der Frühling,
der alles neu beginnen lässt…

du kamst wie die späte Sonne,
die durch die stillen Äste fällt
und selbst dem sinkenden Blatt
noch Glanz ins Fallen legt.

Hand in Hand mit dir
gehe ich durch den stillen Wald…

Zwischen fallenden Blättern
kehrt Farbe
in meinen Blick zurück.

Nicht im Lenz,
nicht unter der Sommersonne…

Erst als mein Jahr
sich leise neigte,
fand mich
dieses Leuchten…

mein Herbstgold.

„Die verborgenen Äste" ist ein Gedicht aus der Kategorie Liebesgedichte von Klara, veröffentlicht am 14. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Klara

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Klara Liebesgedichte 0 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
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