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Welch ein Duft



Welch ein Duft zieht heut´durch unsere Stuben
und lockt uns Mädchen an und Buben?
Schnuppernd schleichen wir durchs Haus
und fragen unsere Mutter aus.

Im Kachelofen brutzeln zum Advent,
die Äpfel, die wohl jeder kennt.
Gefüllt mit Nüssen und Rosinen,
mit Rum und Honig von den Bienen,
mit selbst gekochtem Kirschgelee.
Ich schau´ sie mir an, ganz aus der Näh´.

Ein wenig hat die Form gelitten.
Ein großes Loch ist in der Mitten,
dort liegen die Leckereien verborgen,
und auch die Nüsse, die ich musste besorgen.

Die Farbe der Äpfel ist verblichen,
ein Braunton hat sich eingeschlichen.
Die Festigkeit, sie ging verloren,
weil sie schon eine Stunde schmoren.

Die Bratzeit ist auch längst schon um,
es riecht nach Apfel und nach Rum.
Als Mutter holt die Schälchen raus,
da zieht ein Raunen durch das Haus.

Der Duft eignet sich zum Verführen,
überall öffnen sich die Türen.
Selbst Vater, der um Ruh´ gebeten,
will sich „die Füße mal vertreten“.

Es riecht so herrlich, fruchtig, frisch
und zieht uns alle an den Tisch.
Da braucht nicht mal `ne Glocke schellen,
da sind wir von den „ Superschnellen“.

Es könnt´ ja nicht für alle reichen,
wer will da für den anderen weichen?
Das allgemeine Schweigen bricht,
als Oberhaupt der Vater spricht:

„Der leckerste Apfel vom ganzen Jahr“,
und streicht der Mutter übers Haar.
Zufrieden schaut sie in die Runde,
und genießt die Abendstunde.

 

 

Gelesen: 28   
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AUTOR:

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 400 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, über Urlaubserinnerungen und hoffe mit Denkanstößen aufrütteln zu können. Wenn ihr etwas tiefer in meine Welt eintauchen möchtet, besucht mich auf meiner Homepage.



Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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3 KOMMENTARE



18. November 2020 @ 19:22

Hallo Gudrun, in diesem Fall ist es schade, dass es kein Duft-Internet gibt. Diese " Äpfelchen" sehen ja zum Anbeißen lecker aus. In meiner Kindheit und auch in der meiner Kinder haben wir oft Bratäpfel gebrutzelt. Leider ist das heutzutage etwas in Vergessenheit geraten. Allerdings muss ich auch sagen, dass nicht jeder Supermarkt - Apfel nach Apfel duftet!! Da sind die aus dem eigenen Garten natürlich besser. Aber wer hat die schon ........ Schönen Abend, Helga


17. November 2020 @ 13:47

Liebe Hanni, ich habe die Bratäpfel genossen. Mit Vanilleeis haben sie besonders gut geschmeckt. Leider haben wir jetzt keinen Kachelofen mehr und müssen die Äpfel im Backofen braten. Danke für den Kommentar und das Herz. LG Gudrun


17. November 2020 @ 11:53

Hallo Gudrun,
ein schönes Gedicht! Wir hatten auch einen Kachelofen, in dem die Bratäpfel schmorten und herrlich dufteten. Du hast mich mit Deinem Gedicht in meine Kindheit entführt.
Dir einen schönen Tag! Liebe Grüße Hanni



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