Die neusten Gedichte



SCHREIBKULTUR



 

*Schreibkultur*

 

 In den letzten 20 Jahren

musste leidvoll man erfahren,

dass die deutsche Schreibkultur

abwärts triftet und nicht nur

im Internet, auch alltagsmäßig.

Mühsam oftmals und auch stressig.

 

In Foren tummeln sich „Poeten“,

die das Gedicht mit Füßen treten,

ohne Form und ohne Reim,

wenn es holpert, ist es fein.

Die Grammatik ist nicht wichtig,

nur schöne Worte, die sind richtig.

 

Modern und hip muss es heut klingen,

Anglizismen muss man bringen.

Und ergibt ’s auch keinen Sinn,

ist’s trotzdem cool und sicher „in“,

kriegt viele Likes und Kommentare;

Kritik man möglichst sich erspare.

 

Wer bei wem Rechtschreibfehler findet,

dessen Verursacher sich windet;

mitteilt, man dürfe sie behalten

und selber sprachlich tun und walten,

wie man es für richtig hält,

solang es irgendwem gefällt.

 

Satzzeichen werden eingespart

oder im Rudel  gleich gepaart;

alles wird klein geschrieben oft,

dann wieder Sperrschrift, weil man hofft,

dem Wort Bedeutung mehr zu geben;

doch damit liegt man schwer daneben.

 

Interpunktion ist nicht gefragt,

Rückfragen sind nicht angesagt!

Jeder schreibt, wies ihm beliebt,

als ob es keine Regeln gibt

und der Duden außer Kraft,

einfache Wörter man kaum schafft.

  

Der Kraftausdruck ist nicht verpönt,

es wird sprachlich nichts geschönt,

auch wenn es durchaus besser wäre,

man hält nicht viel auf Atmosphäre.

Wie’s scheint, ist alles schon erlaubt,

wer’s nicht so sieht, gilt als verstaubt.

 

Kritik ist eben nicht gewollt,

wenn doch, wird gleich einmal gegrollt.

Wer etwas aufzeigt, der ein Disser,

Klugscheißer oder Besserwisser!

Rechtschreibung sei nicht wirklich wichtig;

wenn‘s verstanden wird, war‘s richtig.

 

Man fragt sich, was ein Schüler lernt,

bis aus der Schule er entfernt,

in Deutsch denn in so vielen Jahren

und würd es liebend gern erfahren.

Wenn man an Grundregeln schon scheitert

und seinen Wortschatz nie erweitert.

 

Ja, viele tun sich schwer dabei,

liegt ihnen nicht, doch wenn’s so sei,

denk ich, es wär niemals zu spät,

wenn man aus Fehlern lernen tät.

Doch leider zeigt sich vehement

manch Mensch beratungsresistent.

 

Es gibt Talente anderer Art,

doch wer bei Wort und Schrift schon spart,

hat es allgemein nicht leicht im Leben;

darüber kann man Feedback geben.

Denn über Kommunikation

löst man manch heikle Situation.

 

Drum find die Rechtschreibung ich wichtig,

und wenn‘s geschrieben steht ganz richtig,

hilft‘s dem Verständnis und beim Lesen.

Auch schließt man auf ein kluges Wesen.

Wenn man nicht weiß, wie es sich schreibt,

noch immer Dr. Google bleibt...

 

              DerPoet  (06/19)

 

Bild: pixabay

 

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AUTOR:

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Chris Peter (aka *DerPoet*)

geb. 1965 im steirischen Feldbach, lebt in der Nähe von Graz (Österreich).

Freier Autor, schreibt seit seinem 18. Geburtstag Poesie und Gedichte,
hauptsächlich zu den Bereichen Liebe & Beziehungen, aber auch zu sozialkritischen Themen und dem aktuellen Zeitgeist, meist in klassischer Gedicht- und Reimform.

Literarische Vorbilder: Christian Morgenstern, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz.

2. Platz in der Kategorie "Kunst & Literatur" im Februar 2017 bei Besucher-Award.de
mit der Facebook-Seite:

http://www.facebook.com/ChrisPeterDerPoet

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