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Nicht lesen

 

Hier handelt sich´s um ein Gedicht,
drum lest die Zeilen bitte nicht,
sie taugen nichts, sind gar nichts wert,
kein Menschenskind, das sich drum schert.

Die Wortwahl ist zwar nicht so schlecht,
und auch der Metrik wird´s gerecht,
kein Wort kommt einfach aus dem Bauch,
die Silbenzahl, sie stimmt hier auch.

Man muss nicht raufen sich die Haar,
kein einz´ges Wort birgt hier Gefahr,
davon gibt´s andern Orts genug,
der Text ist keinesfalls Betrug.

Sicher gibt es was zu fluchen,
nur den Grund muss man noch suchen,
und dann mit vielerlei Geschrei,
zieht man den Dichter durch den Brei.

Er kann´s nicht hören, welch ein Glück,
lehnt sich im Sessel weit zurück,
ein Lächeln zieht ihm durchs Gesicht,
und - damit endet das Gedicht.

© Horst Rehmann

 

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