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Frankensteinreimerein

Die Burg-Uhr schlug Mitternacht,
ein höllisches Gewitter zog heran,
mit einer magisch-blitzenden Pracht,
schnell schloss er die Drähte an.

Frankenstein schien sichtlich erregt,
überprüfte nochmal die Apparatur,
das Kabel bis zur Spitze verlegt,
verbunden mit seiner Kreatur.

Diese bestand aus mehreren Toten,
nachts, vom Friedhof, ging er sie klauen,
zwar war Leichenschändung verboten,
doch er wollte neues Leben erbauen.

Er brannte darauf den Tod zu bezwingen,
seine Schöpferkünste sollten auferstehen,
mit himmlischer Kraft würde es gelingen,
nur ein gleißend-zielsicherer Blitz,
musste nun noch niedergehen.

Frankenstein stierte gierig-besessen,
schaute immer wieder zur Spitze,
auf einmal hatte ein Blitz gesessen
und krachte herab mit tosender Hitze.

Der Einschlag traf kolossal,
durch die Kreatur strömte Energie,
sein Gesicht glimmte-flimmernd total,
das Wesen zuckte angeschnallt und schrie.

Es wand sich hin und her, stöhnte,
seine Augen suchten den Erschaffer,
die Geburts-Maschine dröhnte,
funkensprühend, wie im Zeitraffer.

Alle Halteriemen rissen in Fetzen,
unter donnernden Chören,
Frankenstein vernahm es mit Entsetzen,
wollte sein Werk noch beschwören.

Doch er hielt schockiert den Atem an,
das Ungetüm wütete, wie von Sinnen,
im Blitzlicht mutierte es zum Zombie-Mann,
und er konnte ihm nicht entrinnen.

Hämisch-lachend packte er Frankenstein,
biss ihn zähnefletschend in den Tod,
hörte nur: “Danke, so ist es besser,
nun greifst du in keine Natur mehr ein,
ich war verurteilter Menschenfresser,
du hast mich zurückgeholt.”

Aber der Blitzableiter glitt zum Kamin,
in dem noch Glut aufflammte,
man sah einen zweiten Blitz herunterziehen
und das lachende Monster verbrannte.

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1 KOMMENTAR


Helga Nierhoff

12. November 2021 @ 18:51

Welch ein brutales und doch wunderbares Gedicht.
Eins mit der bessten die mein Auge je erblickten.
Kann kaum auf das nächste Warten!
LG Helga


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