27. Dezember 2024

Doppelgänger

Mein Weg führt mich durch dunkle Gassen,
vorbei an Feldern, Wiesen und Alleen,
hab` diesen Ort vor langer Zeit verlassen,
vor einem Haus bleib ich nun stehen.

Hier wohnte einst mein lieber Schatz,
längst ist er fortgezogen,
nur das Haus steht noch am selben Platz,
was hat ihn nur dazu bewogen.

Mich überkommt die Seelenqual,
war ich Schuld an der Misere,
damals hat` ich keine Wahl,
hab` nicht bedacht die Liebesschwere.

Seh` nun ein Mensch dort an der Wand,
ringt in die Höh`, wie ich, die Hände,
hat auch er mein`n Schatz gekannt?,
seine Gesten sprechen Bände.

Und der Mond lugt durch die Wipfel,
wirft lange Schatten auf das Haus,
was ich dann seh`, ist doch der Gipfel,
das bin ja ich, oh, welch ein Graus.

Ein Doppelgänger meinesgleichen,
äffst meine Jammerklagen nach,
willst auch gar nicht von mir weichen,
möcht`s mich verfolgen ins Gemach.

 

 

 

 

 

„Doppelgänger" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sehnsucht von pally66, veröffentlicht am 27. Dezember 2024 auf Gedichtesammlung.net.

© pally66

Sammlung 103 Aufrufe
pally66 Sehnsucht 4 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

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4 Kommentare

Gast
28.12.2024
Alte Geschichten werfen doch noch manchmal Schatten, liebe Helga.
Aber die sind nicht mehr gefährlich und man lächelt sie weg.
Eine gute Idee.....dein(e) Doppelgänger(in).

LG Ingrid
pally66
Antwort an Gast
pally66 Autor
28.12.2024
Nicht nur vergangene Erinnerungsgeschichten sondern auch der eigene Schatten kann einem manchmal schon zusetzen. Ist aber risikolos! Komm gesund ins neue Jahr, liebe Ingrid, und lG in Dein Wochenende, Helga
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
28.12.2024
Guten Morgen, liebe Helga, für mich hätte das Gedicht nach "sprechen Bände" zu Ende sein können, bis dahin hat es mich in seinen Bann gezogen. Mit dem Rest kann ich dann nichts mehr anfangen. Versuche es zu verstehen, aber es gelingt mir nicht. Dir einen fröhlichen Jahreswechsel, Gudrun
pally66
Antwort an Gudrun Nagel-Wiemer
pally66 Autor
28.12.2024
Hallo, liebe Gudrun, beim jetzigen Durchlesen musste ich feststellen, dass ich die Strophen 4 und 5 verwechselt habe. Vielleicht hätte das besser zum Verständnis beigetragen. Im Prinzip geht es um den eigenen Schatten, den dieser betreffende Mensch sieht und sich erschrickt. Komm gesund ins neue Jahr und lG in Dein Wochenende, Helga

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