Zwischen Licht und Dunkel

28. Oktober 2018

Geisternebel

Geisternebel

 

Dicke Nebelschwaden wabern vom Meer herein,

umhüllen den alten Leuchtturmschein,

Möwen hört man schreiend kreischen,

warnen vor Geistern, rückkehrenden Leichen.

Die der, immer dichtere, Dunst mit sich bringt,

bis das ganze Uferland schemenhaft versinkt,

an Fensterscheiben flimmern rinnende Bluttropfen,

Türen knarzen, wackeln unter tosendem Klopfen.

Dazu erobert uriger Stimmgesang die Nacht:

„Versunkene Seelen haben euch was mitgebracht,

eure werten Vorfahren haben uns verraten,

wir sind in den Tod durch Hinterhalt geraten“.

Grollender Kanonendonner war zu hören,

übertönte Fluch-Gezeter von Piraten-Chören,

Enterhaken durchstießen Häuserwände,

rostig-Muschel-verkrustete Geisterhände.

Die aus gespenstigen Kreaturen drangen,

von faulend-stinkenden Algen behangen,

ihre Augen glichen glühenden Steinen,

auf riesig schwebenden Hummer-Gebeinen.

Alles wälzten sie im Sturmgetöse nieder,

das blutgetränkte Eiland sank mit Totenlieder,

nur der alte Leuchtturm warf noch sein Licht,

in die davonziehende Piraten-Geister-Gischt.

 

„Geisternebel" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Karsten Herrmann, veröffentlicht am 28. Oktober 2018 auf Gedichtesammlung.net.

© Karsten Herrmann

Sammlung 117 Aufrufe
Karsten Herrmann Sonstige Gedichte 3 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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3 Kommentare

Heike
Heike Barde
28.10.2018
Dein gespenstisches Gedicht erinnert mich an den Gruselfilm Fog - Nebel des Grauens .
Gruselig gut deine Zeilen.
LG Heike
Gast
28.10.2018
Hallo Karsten, schon zu Anbeginn gruselig, aber irgendwie verleitet es zum weiterlesen. Huuch, jetzt muss ich gleich sämtliche Lichter im Raum einschalten. Abendliche Grüße Ingrid
Ewald Patz
Ewald Patz Dichterlegende
28.10.2018
Unheimliche Stimmung ist in den Versen.Erinnert mich an dunkle
Gedichte von Georg Trakl.Gut gelungen.
LG
Ewald




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