28. September 2022

Mitternacht

Längst schloss der Tag die Pforte zu,
die Nacht, sie naht heran,
die laute Welt, sie ging zur Ruh`,
und Stille ist der leise Bann.

Andere im Bette liegen müd`,
der Dichter noch am Schreibtisch wacht,
bei ihm noch ein Lämpchen glüht,
die Uhr steht schon auf Mitternacht.

Aus seinem Innern es dann dringt,
seine Welt, umstellt von Bildern groß,
er hört, dass jemand Lieder singt,
doch ist es eine Hülle bloß.

Lebendig werden die Gedanken,
des Dichters Ohr rundum jetzt lauscht,
Wände geraten jetzt ins Wanken,
selbst aus der Tiefe es nun rauscht.

Geheimstes ist nun ganz erhellt,
Verborgenes nicht mehr ferne,
des Dichters Welt, gedanklich aufgestellt,
Worte fließen wie der Strom der Sterne.

Was am Tag ihn angeschaut,
so rätselhaft und blind,
ist ihm plötzlich so vertraut,
so arglos wie ein Kind.

Der Gedanke, der Herzen trunken macht,
überschwänglich das Gemüt,
ist es auch längst nach Mitternacht,
das Dichters Lämpchen einsam glüht.

 

 

© pally66

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pally66 Gedichte Träume & Gedanken 1 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

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1 Kommentar

pally66
pally66 Autor Poet Laureat
30.09.2022
Liebe Grete, lieber Ewald, danke Euch für die Herzchen. Schön, dass es gefallen hat. LG in Euren Freitagabend, Helga

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