1. Juli 2026

Zwei Fremde

Zwei Fremde gehn am fernen Strand,
getrieben von dem Sturm der Welt;
sie reichen sich die kalte Hand,
weil keine Heimat sie mehr hält.

Sie flohen vor der eignen Nacht,
den Bergen, die im Rauch versinken;
das Schicksal hat sie hergebracht,
am Quell der Hoffnung neu zu trinken.

Und suchen in dem fahlen Licht
ein Wort, das ihre Wege bindet,
doch jedes Mal zerbricht die Sicht,
weil keiner mehr den Anfang findet.

Nun stehn sie fern am grauen Rand,
getrennt von allem, was sie kennen,
und schreiben still in nassen Sand
die Namen, die sie nicht mehr nennen.

So gehn sie weiter, Hand in Hand,
zwei Schatten, die das Meer durchmessen,
und tragen in ein fremdes Land
das Bisschen, das sie nicht vergessen.

„Zwei Fremde" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 1. Juli 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Max Vödisch

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1 Kommentar

pally66
pally66 Poet Laureat
02.07.2026
Lieber Max, so ergeht es vielen Menschen, nicht nur in der heutigen, sondern auch schon zu früheren Zeiten, die ihr geliebtes Zuhause, aus welchen Gründen auch immer, verlassen mussten. Immer wird die Erinnerung an die Heimat im Herzen weiterleben. LG gehen in Deinen Abend, Helga

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