Wo Verse und Tore fallen

USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026

1. Juli 2026

Zwei Fremde

Zwei Fremde gehn am fernen Strand,
getrieben von dem Sturm der Welt;
sie reichen sich die kalte Hand,
weil keine Heimat sie mehr hält.

Sie flohen vor der eignen Nacht,
den Bergen, die im Rauch versinken;
das Schicksal hat sie hergebracht,
am Quell der Hoffnung neu zu trinken.

Und suchen in dem fahlen Licht
ein Wort, das ihre Wege bindet,
doch jedes Mal zerbricht die Sicht,
weil keiner mehr den Anfang findet.

Nun stehn sie fern am grauen Rand,
getrennt von allem, was sie kennen,
und schreiben still in nassen Sand
die Namen, die sie nicht mehr nennen.

So gehn sie weiter, Hand in Hand,
zwei Schatten, die das Meer durchmessen,
und tragen in ein fremdes Land
das Bisschen, das sie nicht vergessen.

© Max Vödisch

8 Aufrufe
Gefällt auch:
Max Vödisch Sonstige Gedichte 1 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

1 Kommentar

pally66
pally66 Poet Laureat
02.07.2026
Lieber Max, so ergeht es vielen Menschen, nicht nur in der heutigen, sondern auch schon zu früheren Zeiten, die ihr geliebtes Zuhause, aus welchen Gründen auch immer, verlassen mussten. Immer wird die Erinnerung an die Heimat im Herzen weiterleben. LG gehen in Deinen Abend, Helga

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Ich halte Dich in guter Erinnerung. Ab und zu öffne ich das Einmachglas und rieche daran, dann sehe ich dein Gesic…

Gedicht lesen
Meist gelesen · Sonstige Gedichte
Neue Abzeichen
Aktiv in · Sonstige Gedichte
Neue Autoren
Kurze Umfrage

Hilf uns Gedichtesammlung.net weiterzuentwickeln — wir freuen uns über deine Meinung!

Zur Umfrage
Beliebt diesen Monat
Neue Autoren
Zufallsgedichte
Schlagworte