Du bist so stark!
Viel stärker als dein zartes Weib.
Du bist Gesetz und für den Erstschlag schon bereit.
Den Schlag verdient sie, meinst du.
Das hält sie weich,
zu deinen Diensten stets und gleich.
Doch sei gewiss!
Der große Finger steht schon steif
und irgendwann kommt seine Zeit.
Die Rechnung kommt, auch wenn du lachst.
Die Rechnung, hast du ohne Wirt gemacht!
Du bist so blond!
Viel blonder als der Schaum auf deinem Bier.
Du bist so schön, viel schöner als dein blutverschmiertes Weib am Tropf.
Mitleid, ausgeschlossen, meinst du.
Das macht nur weich und nährt die Penner von deinem Geld.
Doch sei gewiss!
Der große Finger steht schon steif
und irgendwann kommt seine Zeit.
Die Rechnung kommt, auch wenn du lachst.
Die Rechnung, hast du ohne Wirt gemacht!
Du bist so schwach!
Viel schwächer als dein zartes Weib.
Du bist so krank, viel kränker als dein blutverschmiertes Weib am Tropf.
Wie ungerecht, meinst du.
Rien ne va plus, heut ist dein Tag!
Jetzt sei gewiss!
Der große Finger steht schon steif,
jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Die Rechnung kommt, auch wenn du lachst.
Die Rechnung, hast du ohne Wirt gemacht!
„Zeigefinger" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Jörg Stahlschmidt/Nuthetal bei Potsdam, veröffentlicht am 23. September 2024 auf Gedichtesammlung.net.
© Jörg Stahlschmidt/Nuthetal bei Potsdam
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