Zwischen Licht und Dunkel

8. April 2010

Seltersbude

Als Knirps war ich ein großer Held,
wenn es gab das Taschengeld,
nahm meine Beine in die Hand,
und bin zum Kiosk schnell gerannt.

Am Schalter war ich überfragt:
»Was hat denn noch der Bauch gesagt?«
Waren es die Zwiebelringe,
oder gar die Silberlinge?

Den Waffelbruch nicht zu vergessen,
ein Lakritz wurd´ schnell gegessen,
Wassereis, das war der Hit,
ich nahm auch gern ‚nen Lutscher mit.

Ein Mohrenkopf im Brötchen steckte,
das Zwillings-Eis ich gerne leckte,
Knöterich war ein Genuss,
Mausespeck ein wahres Muss.

Sah ich Veilchen, wurd´ ich schwach,
ich griff auch gern ins Bilder-Fach,
toll waren stets die Wundertüten
und Glanzbilder mit Rosenblüten.

War ich Tage später pleite,
nahm mich Mutti meist zur Seite,
sagte mir: „Ich lieb Dich, Du“,
und steckte mir zwei Groschen zu.

© Norbert van Tiggelen

(c) Norbert van Tiggelen

„Seltersbude" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gast, veröffentlicht am 8. April 2010 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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Gast

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