26. November 2014

Insel des Bösen I.

Ihr Schiff geisterte durch die Nacht,
durch aufbrausende Meeresgischt,
sie hatten kein Auge zugemacht,
folgten nur dem Positionslicht.
 
Es musste die Wasserstraße sein,
hier, im Indischen Ozean, nahe Sumatra,
doch Bill, dem Kapitän wunderte der Schein,
weil er, auf der Karte, nicht vorhanden war.
 
Trotzdem folgten sie diesem,
durch stürmisch tosende Wellen,
bis sie auf einmal gegen Klippen stießen,
ihr Trawler war sofort am Zerschellen.
 
Der Maschinenraum explodierte, Schreie,
von fünfzehn überlebten drei Mann,
die auf Trümmern trieben, da kamen Haie,
nur Jack blieb verschont, der Jägersmann.
 
Entkräftet wurde er zum Strand getrieben,
es musste eine abgelegene Insel sein,
mystisch hätte er sie beschrieben,
als diese erschien im Mondesschein.
 
 Jack kannte schon viele Inselwälder,
schrieb darüber zuhause in Amerika,
sparte zusammen viele Gelder,
für eine Jagd, eigentlich auf Sumatra.
 
Ein ungutes Gefühl hatte ihn bestärkt,
er dachte an Bills zweifelnde Worte,
die Positionslichter seien falsch vermerkt
und es fehlte alles, von diesem Inselorte.
 
Morgens, im roten Sonnenaufgang,
fand er Pfade, gehauen von Macheten Hand,
diese zogen sich zu einem steilen Berghang,
auf der eine alte Festung stand.
 
Gott sei Dank, dachte Jack völlig durchnässt,
die Insel schien zum Glück bewohnt,
hoffte, dass ihn ein Wohlgesinnter einlässt,
einer, der sein Überleben mit Hilfe lohnt.
 
Staunend blieb er vor der Türe stehen,
ehe er klopfend um Einlass bat,
solch Verzierung hatte er noch nie gesehen,
als ihm öffnete ein bärtiger Schrat.
 
 Stumm wies er Jack herein,
ein Mann klimperte stürmisch am Klavier,
im flackerndem Kaminfeuerschein,
sein Blick war listig, wie von einem Tier.
 
Als russischer Graf begrüßte er ihn,
Igor Karloff wäre sein Name,
der gar nicht überrascht schien,
 wies zu einem Herrn mit Dame.
 
Die Geschwister wären auch gestrandet,
Annie und Dexter, vor fünf Tagen,
er wäre froh, dass sie hier gelandet,
Abwechslung würde ihm genüsslich behagen.
 
Mit ausgesuchten Bediensteten lebe er hier
und zwölf wilden Hunden, seiner Meute,
diese Insel sei sein großes Jagdrevier,
bis Jack begeisternd frug nach Beute.
 
Doch er solle mit dem Diener gehen,
morgen wäre, für all seine Fragen, Zeit,
wollte ihn, als Jäger, ausgeruht sehen,
hoch motiviert,  zu allem bereit.
  
Der nächste Tag konnte vieles offenbaren,
Annie vertraute sich aufgeregt Jack an,
dass sie eigentlich zu viert waren,
zwei verschwanden irgendwann.
 
Igor meinte, sie hätten sich verlaufen,
auch sein Schiff sei in Reparatur,
doch sie ließ sich nicht für dumm verkaufen,
meinte, hier ginge seltsames vor.
 
Jack wollte nun den Grafen fragen,
doch Igor hatte schon mitgehört,
er würde das gefährlichste Tier jagen,
den Menschen, beide gaben sich empört.
 
Die Positionslichter waren seine Idee,
er brauche schließlich Frischfleisch,
wie er, der Jäger, Wildschwein und Reh,
in seinem bewaldeten Inselreich.
 
Jacks Bücher faszinierten ihn,
er lobte sein beschriebenes Jagdgespür,
wollte den Jäger auf seine Seite ziehen,
denn er brauche einen Partner hier.



Fortsetzung folgt…

© Karsten Herrmann

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